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Umwelt

Bayer verliert Rechtstreit um neonicotinoidhaltige Spritzmittel

von , am
11.03.2015

Bayer CropScience hat den Rechtsstreit um die Bezeichnung zweier Pflanzenschutz-Produkte als "nicht bienengefährlich" verloren. Der Hersteller hatte zuvor eine einstweilige Verfügung gegen den Umweltverband BUND erwirkt.

Bayer CropScience darf seine neonicotinoidhaltigen Pflanzenschutz-Produkte nicht mehr als "nicht bienengefährlich" bezeichnen. © R K B by Saipan/pixelio.de
Mit dem heute verkündeten Urteil gab das Landgerichts Düsseldorf dem Umweltschutzverband Recht im Streit um zwei Pflanzenschutzmittel der Firma Bayer CropScience. Der BUND behauptete, dass zwei von Bayer hergestellte Pestizid-Produkte für Bienen gefährlich seien und es sich bei dem darauf abgebildeten Logo mit dem Aufdruck "nicht bienengefährlich" um eine Irreführung von Verbrauchern handele. Dagegen hatte der Hersteller gegen den BUND Ende letzten Jahres eine einstweilige Verfügung in dieser Sache erwirkt.
 

Auslöser war BUND Einkaufscheck

Bei den beiden Produkten handelte es sich um die thiaclopridhaltigen Pflanzenschutzmittel "Schädlingsfrei Calypso" und "Zierpflanzenspray Lizetan". Auslöser des Streits war der vom BUND 2014 veröffentlichte Einkaufs-Check "Pestizidverkauf in Bau- und Gartenmärkten", mit welchem der BUND darauf aufmerksam machte, dass Verkäufer in Garten- und Baumärkten die Kunden sehr häufig unzureichend über die Gefahren verschiedener Unkraut- und Insektenbekämpfungsmittel informierten.
 
"Wir freuen uns über diesen Erfolg. Das ist ein Sieg für die Bienen und die Meinungsfreiheit. Uns liegen überzeugende wissenschaftliche Studien vor, die den Bayer-Pestizidwirkstoff Thiacloprid als bienengefährlich bewerten. Bayer muss daher seine Bienen gefährdenden Produkte sofort vom Markt nehmen. Wir fordern ebenso alle Märkte auf, den Verkauf von thiaclopridhaltigen Pestiziden einzustellen", sagte der BUND-Pestizidexperte Tomas Brückmann.
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