Login
Politik national

Bayern: 'Nein' zur geplanten Dünge- und Anlagenverordnung

© agrar-press
von , am
08.10.2014

Bayern positioniert sich mit einem klaren 'Nein' zur geplanten Dünge- und Anlagenverordnung und kündigte an, dem Agrarminister Christian Schmidt in den Verhandlungen den Rücken stärken.

Bayern positioniert sich mit einem klaren 'Nein' zur geplanten Dünge- und Anlagenverordnung. © Mühlhausen/landpixel
"Die vorgesehene Novelle der Düngeverordnung und der Bundesanlageverordnung ist aus bayerischer Sicht nicht hinnehmbar und muss noch einmal auf den Tisch.", so die bayerische Landesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft, Marlene Mortler. Ministerpräsident Horst Seehofer habe den heimischen Bauern zugesichert hat, dass notfalls darüber Gerichte zu befinden hätten.
 
"Wir müssen verhindern, dass die Landwirte nun mit Bürokratiemonstern, wie der Hof-Tor-Bilanz und einer extremen Ausweitung von Sperrzeiten für die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern konfrontiert werden. Pflanzen wollen nach Bedarf und nicht nach Stichtag versorgt werden. Deshalb geben wir unserem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt Rückenwind aus Bayern für die weiteren Verhandlungen.", erklärte Mortler.

Bayern lehnt Integration der JGS-Anlagen ab

Ein klares Nein aus Bayern gilt auch dem Vorstoß der rot-grün regierten Bundesländer, die Vorschriften für Jauche-, Gülle- und Sickersaft (JGS)-Anlagen in die Bundesanlageverordnung zu integrieren. Der Aufschrei gerade kleiner und ökologisch ausgerichteter Betriebe gegen diese Pläne zeige: "Die rot-grün regierten Länder haben sich hier heillos verrannt.", so Mortler.
In Sachen JGS-Anlagen hätte man ja bereits eine Einigung erzielt. Diese dürfe nun nicht durch die fehlende Einigkeit innerhalb der Fraktionen von SPD und Grünen zerschlagen werden. Sie stellen Bestandsschutz in Frage und gefährdeten damit die Existenz gerade kleiner Betriebe.

Aktion: 'Brauchen Almkühe bald Pampers'

Gemeinsam mit Landwirt Johann Huber zeigte der oberbayerische Bezirkspräsident Anton Kreitmair mögliche Folgen der Düngeverordnung für Almkühe auf. © BBV
Mit einer Aktion unter dem Motto "Brauchen Almkühe bald Pampers?" machen Milchbauern in Bayern auf Probleme mit der geplanten neuen EU-Düngeverordnung aufmerksam.
 
Wenn es nach der EU-Kommission geht, soll künftig für Flächen mit einer Hangneigung von mehr als 15 Prozent ein generelles Düngeverbot gelten. Auf Almwiesen dürften demnach keine Kühe mehr grasen und auch keine Kuhfladen hinterlassen. Zudem, so befürchtet der Bayerische Bauernverband (BBV), dürfte auch die Hälfte der Weinbauflächen nicht mehr gedüngt werden, zehn Prozent der Wiesen und Äcker müssten brach liegen. 
Auch interessant