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Umwelt

Bayern: Weniger Emissionen aus der Schweinehaltung

von , am
02.02.2015

In Bayern haben sich die Produktionsmengen in der Schweinehaltung seit 1990 erhöht. Gleichzeitig konnten die Schweinehalter Emissionen von Stickstoff- und Phosphor aus der Mast reduzieren.

Auf Ackerboden können Landwirte noch bis 1. November 2015 Gülle und Gärreste ausbringen. © landpixel
Trotz Ausweitung der Erzeugungsmengen haben die bayerischen Schweinehalter die Emissionen aus der Schweinemast reduziert, stellt die Landesanstalt der Landwirtschaft (LfL) fest. Die Stickstoff- und Phosphorgesamtausscheidungen gingen von 1990 bis 2013 beim Stickstoff um 3.000 Tonnen beziehungsweise um 7 Prozent zurück. Beim Phosphor seien es 2.150 Tonnen beziehungsweise 26 Prozent weniger - trotz einer Erhöhung der Lebendmasseerzeugung um 100.000 Tonnen.
 
Laut LfL seien jedoch die gesteckten Emissionsziele der EU-Kommission überzogen und ohne Tierabstockung nicht umsetzbar.

Phasenfütterung und Leistungssteigerung

Diese Minderungen wurden vor allem durch die stickstoff- und phosphorreduzierte Phasenfütterung erreicht, so die LfL. Aber auch die Leistungssteigerungen trugen dazu bei. Es verringerte sich der Stickstoffaufwand pro Kilogramm Zuwachs um 20 Prozent. Der Phosphoraufwand reduzierte sich pro Kilo Zunahme um 36 Prozent. Der Feld-Stall-Abgleich (Nährstoffkreislauf) geht für die bayerischen Schweinehaltung bis zu einem Tierbesatz von 2 GV/ha auf.

Düngeverordnung: 'Forderungen nicht realistisch'

Die verschärften Umweltforderungen der Umweltverbände und der EU-Kommission seien laut LfL für die Schweineproduktion weder realistisch noch realisierbar. Es drohe die Gefahr von sich gegenseitig "pushenden" Mehrfachregulierungen mit potenzierten Auflagen für die Betriebe.
 
Die bayerische Schweinefleischproduktion im jetzigen Umfang mit 80 Prozent Selbstversorgungsgrad werde so in Frage gestellt. Reize man die aktuellen Vorgaben der Düngeverordnung (170 kg Gülle-N/ha, 70 %-Regel) und 20 kg P2O5-Überschuß/ha im mehrjährigen Abgleich aus, dann bräuchte Bayerns Schweineproduktion etwa 165.000 Hektar entsprechend 2,35 GV/ha. Damit müssten ca. 300.000 Tonnen Futtergetreide zugekauft werden.

N- und P-Einsparpotentiale

Die LfL folgert, dass es noch N- und P-Einsparpotentiale in der Größenordnung von 15 Prozent gäbe. Dazu bietet die LfL ein Analysewerkszeug. Mit dem "Stärken/Schwächen-Profil" könne die Optimierung der einzelbetrieblichen Fütterung, des Betriebskreislaufs, des Futter- und Fütterungsmanagements und der Futterkosten betrachtet werden. Damit lässt sich das gesamte Geschehen rund um die Fütterung vom Futteranbau/-zukauf bis hin zum Nährstoffanfall überwachen, bewerten und optimieren.
 
Die nachgewiesenen Stärken eines Betriebes ließen sich auch "amtlich" nutzen - z.B. bei Wasserauflagen/Flächenproblemen und für die Baugenehmigung. Das System lebe von der betriebsindividuellen Datenqualität und von der Bereitschaft zur Teilnahme. Erst das Messen mit gleichgelagerten Betrieben zeige den Handlungsspielraum auf. so das bayerische Landesamt.

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