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Wirtschaft

BayWa legt deutlich zu

pd
am
22.03.2013

München - Die BayWa AG hat ihr Ergebnis für 2012 deutlich steigern können: Der Umsatz des Konzerns lag 2012 bei 10,5 Milliarden Euro und damit um rund 10 Prozent höher als im Jahr davor.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 25,2 Prozent auf 186,8 Millionen Euro (2011: 149,2 Millionen Euro). Der Vorstand wird der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende von 60 Cent auf 65 Cent pro Aktie vorschlagen. "Unsere internationale Wachstumsstrategie trägt Früchte", erklärte der Vorstandsvorsitzender Klaus Josef Lutz. Das neuseeländische Obsthandelsunternehmen Turners & Growers Ltd wurde erstmalig im Konzern konsolidiert und leistete einen wesentlichen Beitrag zum positiven Ergebnis.
 
Mit der Entwicklung des operativen Geschäfts zeigte sich der Vorstandsvorsitzende ebenfalls zufrieden: "Das EBIT aller Segmente betrug 2012 zusammen 169,5 Millionen Euro. Das ist ein deutliches Ergebnisplus gegenüber den Vorjahren", erläuterte Lutz.

Neue Dimensionen für den Agrarhandel der BayWa

Für 2013 ist Lutz optimistisch. "Mit den beiden im Herbst 2012 erworbenen Agrarunternehmen wird die BayWa AG in neue Dimensionen beim Agrarhandel vordringen. Das Jahr 2013 werden wir zur Konsolidierung nutzen. Ab 2014 wollen wir ein EBIT von 250 Millionen Euro erreichen", bekräftigte der Vorstandsvorsitzende. Die im 1.Quartal 2013 aus den Immobilienverkäufen erlösten rund 295 Millionen Euro würden zur Rückführung der Finanzschulden genutzt werden.

Sparte Obst erzielte größte EBIT-Steigerung

2012 setzte der Konzern im Segment Agrar rund 5,1 Milliarden Euro um (2011: 4,3 Milliarden Euro), eine Steigerung um 18,6 Prozent. Das EBIT stieg um 16,7 Prozent auf 91 Millionen Euro im Jahr 2012 (2011: 78,0 Millionen Euro). Die Sparte Obst verzeichnete 2012 durch das neuseeländische Obstgeschäft eine deutliche Umsatzerhöhung auf 468,3 Millionen Euro (2011: 129,7 Millionen Euro). Das EBIT stieg 2012 auf 17,9 Millionen Euro (2011: 4,0 Millionen Euro). In Deutschland und in Neuseeland werden 2013 stabile Erntemengen erwartet.
 
Die BayWa rechnet sich gute Vermarktungschancen aus: "Wir haben mit der Akquisition von Turners & Growers nicht nur die Möglichkeit geschaffen, in Deutschland ganzjährig frisches Obst liefern zu können, sondern deutsches Obst vom Bodensee konnte 2012 auch erstmalig in Asien vermarktet werden", erläuterte Lutz den Nutzen dieser Transaktion. Gerade im asiatischen Markt sieht er insgesamt die größten Wachstumschancen.

2013 will BayWa 30 Millionen Tonnen Getreide handeln

Der Agrarhandel trug auch 2012 mit einem Umsatz von rund 3,4 Milliarden Euro wieder den größten Teil zum Umsatz seines Segments bei (2011: 3,0 Milliarden Euro). Diese Steigerung ist auf erhöhte Preise für Erzeugnisse und Betriebsmittel sowie die Verbesserung der Absatzmengen in fast allen Erzeugnis-bereichen zurückzuführen. Die Umschlagsmenge von Getreide wuchs im Vergleich zu 2011 um fast 10 Prozent auf über fünf Millionen Tonnen. "Mit unseren neuen, international aufgestellten Unternehmen, dem niederländischen Getreidehändler Cefetra B.V. und dem niedersächsischen Agrarhändler Bohnhorst, gehen wir 2013 von einem Handelsvolumen im Konzern von knapp 30 Millionen Tonnen Getreide aus", erläuterte Klaus Josef Lutz die Dimension dieser Akquisitionen.
 
Für 2013 geht der Agrarhandel von stabilen Marktverhältnissen sowohl im Getreidehandel als auch im Handel mit Betriebsmitteln aus. "Die Volatilität der Preise wird aber weiter anhalten und entsprechende Anforderungen an unser Risikomanagementsystem stellen, das wir auch auf die neuen Beteiligungen ausweiten", so der Vorstandsvorsitzende.

Technik: Guter Auftragsbestand

Die Sparte Technik hat auch 2012 wieder einen Zuwachs bei Umsatz und EBIT verzeichnen können. Durch den Rekordabsatz von 4.661 verkauften Neumaschinen konnte der Umsatz 2012 auf 1,2 Milliarden Euro (2011: 1,1 Milliarden Euro) und das EBIT 2012 auf 18,9 Millionen Euro (2011: 18 Millionen Euro) gesteigert werden. Die Sparte profitierte von der anhaltend hohen Investitionsbereitschaft der Landwirte und sieht auch für 2013 ein gutes Umfeld für die Landtechnik in Deutschland und Österreich. Außerdem werde die BayWa einen größeren Auftragsbestand aus dem letzten Jahr in den nächsten Monaten abbauen können.

Energie: Heizöl zieht im 4. Quartal deutlich an

Das Segment Energie erwirtschaftete 2012 rund 3,7 Milliarden Euro Umsatz (2011: 3,1 Milliarden Euro) und ein EBIT von 43,0 Millionen Euro (2011: 33,4 Millionen Euro). Sowohl die klassischen Energieträger Heizöl, Kraft- und Schmierstoffe sowie Pellets als auch das Geschäftsfeld der erneuerbaren Energien trugen zu den Steigerungen bei. Im klassischen Energiesektor legte der Absatz mit Heizöl und Pellets aufgrund niedriger Bevorratung in den Haushalten und eines frühen Wintereinbruchs im 4. Quartal 2012 deutlich zu. Auch der Kraftstoffabsatz stieg im Vergleich zu 2011 um fast 14 Prozent. Insgesamt erreichte das Geschäft mit klassischen Energien 2012 ein Umsatzplus von 15,3 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro (2011: 2,8 Milliarden Euro) und steigerte das EBIT 2012 auf 10,5 Millionen Euro (2011: 6,3 Millionen Euro).

Erneuerbare Energien profitieren von starkem Projektgeschäft

Das Geschäftsfeld der erneuerbaren Energien profitierte 2012 von einem stabilen Solar- und einem wachsenden Projektgeschäft. Der Umsatz 2012 entwickelte sich im Vergleich zu 2011 positiv auf 440,8 Millionen Euro (2011: 306 Millionen Euro). Das EBIT 2012 stieg ebenfalls deutlich auf 32,5 Millionen Euro (2011: 27,1 Millionen Euro). "Trotz angekündigter weiterer Kürzungen bei der Einspeisevergütung hat die BayWa Solarmodule mit einer Leistung von 147 Megawatt in 2012 verkauft - besser noch als erwartet", so Klaus Josef Lutz. "Das Hin und Her der Politik in punkto Einspeisevergütung muss aber endlich aufhören. Wirtschaft und Verbraucher brauchen verlässliche Rahmenbedingungen", forderte er.
 
Sehr gut entwickelte sich auch das Projektgeschäft. Da das Interesse institutioneller Anleger angesichts niedriger Kapitalmarktrenditen stetig zunimmt, konnten einige Solar- und Windparks gewinnbringend verkauft werden, wie zum Beispiel der Solarpark in Stralsund-Barth (Mecklenburg-Vorpommern) oder der Windpark Gunzenhausen (Bayern). "Wir werden weiter an der erfolgreichen Strategie festhalten, in verschiedenen Ländern Projekte zu realisieren und wieder zu verkaufen. Zum Beispiel in Großbritannien und den USA sehen wir 2013 gute Wachstumsmärkte", erläuterte Lutz.

Bau: Operative Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr

Das Segment Bau, das im Wesentlichen aus der Geschäftstätigkeit Baustoffhandel besteht, setzte nach der Entkonsolidierung der Sparte Bau & Gartenmarkt zum 1. Januar 2012 seine Restrukturierungsmaßnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr fort. Die Kennzahlen 2012 sind aufgrund des Wegfalls des Bau- und Gartenmarktgeschäfts nicht mit den Vorjahreszahlen vergleichbar: Der Umsatz 2012 sank auf 1,7 Milliarden Euro (2011: 2,1 Milliarden Euro inklusive Bau & Gartenmärkte); das EBIT 2012 verringerte sich nur um 3,1 Prozent auf 35,4 Millionen Euro (2011: 36,5 Millionen Euro inklusive Bau & Gartenmärkte).
 
Die Baustoffsparte allein hat sich hingegen positiv entwickelt: Der Umsatz stieg 2012 auf 1,7 Milliarden Euro (2011: 1,5 Milliarden Euro). Das EBIT erreichte 2012 35,4 Millionen Euro (2011: 24,7 Millionen Euro). Lutz: "Wir sehen uns angesichts dieser Zahlen und einer relativ günstigen Baukonjunktur in Deutschland auf einem guten Weg und werden auch 2013 weitere Maßnahmen zur Verbesserung des operativen Baustoff-Geschäfts zum Beispiel im Bereich Logistik nutzen".
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