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Wirtschaft

BayWa verfolgt internationalen Expansionskurs

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kk/pd
am
02.08.2012

München - Die BayWa AG hat ambitionierte Ziele: In Zukunft will der Konzern sein Getreidehandelsgeschäft weltweit massiv ausbauen und zur Nummer Eins im Obstwelthandel aufsteigen.

BayWa-Vorstandsvorsitzender Klaus Josef Lutz zum Obstgeschäft: "Wir wollen die Nummer Eins werden." © Katharina Krenn/agrarheute
Mit den aktuellen Quartalszahlen zieht der Agrarkonzern erneut positive Bilanz. Die BayWa konnte den Umsatz mit einem Ergebnis von 5,1 Milliarden Euro um 11,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. "Der Grund dafür liegt auch in der hohen Investitionsbereitschaft und guten Liquidität der Landwirte", erklärte Vorstandvorsitzender Klaus Josef Lutz in der Bilanzpressekonferenz. Die Umsatzentwicklung sei vor allem vom Segment Erneuerbare Energien getragen worden. Auch das Agrarsegment entwickelte sich überdurchschnittlich - insbesondere durch die Beteiligung des neuseeländischen Obsthändlers Turners & Growers.
 
BayWa zähle nun nach eigenen Aussagen zu einer der weltweit führenden Kernobsthändler. Mit weiteren Transaktionen plant der Konzern in weniger als drei Jahren zur Nummer eins im Obstgeschäft aufzusteigen. Aber auch im Getreidebereich arbeite der Konzern an internationalen Transaktionen. "Wir wollen uns den Zugang zu den internationalen Produktionsstandorten sichern", kündigte Lutz an.

Ausbau des internationalen Getreidehandels

Angesichts der zunehmenden globalen Vermarktung von Agrarprodukten, will sich die BayWa international breiter aufstellen. Da die Warenströme immer internationaler würden und die Preisgestaltung hauptsächlich an den Warenterminbörsen stattfinde, müsse das Unternehmen im Agrarhandel international wachsen. "Die aktuelle Infrastruktur reicht momentan nicht aus", erläuterte Lutz. Die Marktstrukturveränderungen erforderten eine neue Handelsinfrastruktur und Logistik der BayWa. Vor allem wolle man sich mit weiteren Transaktionen den Zugang zu den internationalen Getreideproduzenten sichern. Finanziert werden soll dies unter anderem durch den Verkauf von Immobilien im Wert von über 350 Millionen Euro.

Obstgeschäft: Sprung an die Weltspitze

BayWa hält die exklusiven Markenrechte für die weltweite Vermarktung der Apfelsorte Jazz. © BayWa AG
"Wir wollen die Nummer eins werden", verlautete Lutz. Die diesjährige Übernahme des Obsthändlers Turners habe sich bereits als Erfolg erwiesen und sei nur der Anfang einer langfristigen Geschäftsstrategie. In drei Jahren soll das Unternehmen nach eigenen Aussagen an die Welt-Spitze im Obsthandel aufsteigen. Der Konzern will dafür noch weitere Handelsorganisationen kaufen. Die Erstkonsolidierung des neuseeländischen Unternehmens führte dazu, dass die Sparte Obst erstmals über 15 Prozent zum Argarergebnis beisteuerte. Das Unternehmen profitiere vor allem vom Wachstum im asiatischen Markt.
 
Während in Deutschland die Rekordernte 2011 zu niedrigen Margen führte, konnte Neuseeland seine Ernte zu guten Preisen vermarkten. Für 2012 gehe man in Deutschland von einer eher durchschnittlichen Ernte und höheren Margen gegenüber dem Vorjahr aus.
 

Nachfrageboom bei PV-Modulen

Vor allem das Segment Energie trug mit einer Umsatzsteigerung von 34,4 Prozent zum positiven Geschäftsergebnis bei. Die höheren Erträge fallen insbesondere auf den regenerativen Energiebereich. Während reihenweise Solarunternehmen Insolvenz anmeldeten, verzeichnete die BayWa im letzten Halbjahr einen enormen Nachfrageboom nach Solarmodulen. Grund hierfür sei die Diskussion um die Solarförderkürzung gewesen. "Die Unsicherheiten im Solargeschäft kamen uns zu Gute", so Lutz. Zu anderem konnte der Konzern Solaranlagen hauptsächlich in Deutschland gewinnbringend verkaufen.
 
"Bei den erneuerbaren Energien gehen wir davon aus, dass angesichts einer besseren Planungssicherheit durch das endlich verabschiedete Einspeisegesetz, die Kunden weiterhin in Solarmodule investieren werden", erläuterte der BayWa-Vorstand. Da die Obergrenze für Solaranlagen nun bei 52 Gigawatt festgelegt wurde und die bisher installierte Leistung etwa 28 GW beträge, sehe Lutz auch in Deutschland ein positives Umfeld für Photovoltaik. Auch im Bereich Erneuerbare Energien verfolgt das Unternehmen weiter internationale Wachstumsambitionen.

Mehr Selbstbewusstsein für die Landwirtschaft

 
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