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Politik national

BBV-Präsident Heidl: "Wir spüren Bewegung in Brüssel"

von , am
04.05.2012

Herrsching - Der Niederbayer Walter Heidl löst Gerd Sonnleitner als Bayerischen Bauernpräsidenten ab. Im Anschluss an die gestrige Wahl nahm er Stellung zu überregionalen agrarpolitischen Themen.

 
Walter Heidl bezeichnete das Amt als "große Herausforderung" und betonte dabei, dass er nicht in die Fußstapfen seines Vorgängers treten werde, sondern seine "eigenen Schuhe" trage. Auf nationaler und europäischer Ebene möchte sich der neue BBV-Präsident für den Bürokratieabbau einsetzen, denn vor allem der kleine Bauer leide unter dem "Papierkrieg", so Heidl. Beim umstrittenen Greening sieht er momentan Bewegung in Brüssel. Laut Heidl müsse geprüft werden, "welche Maßnahmen sinnvoll und von den bayerischen Bauern leistbar sind". Die starre Festlegung auf sieben Prozent sei eine Flächenstilllegung und nicht akzeptabel, argumentierte Heidl in der Pressekonferenz.

Heidl sieht Informationsdefizit beim Verbraucher

Besonderes Augenmerk will Heidl auf den Abbau der Distanz zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft legen. "Wenn Kinder in der Schule die Kuh lila malen, dann ist hier dringender Handlungsbedarf." Durch einen offenen Dialog und Einblicke in den bäuerlichen Alltag soll dem Verbraucher die Landwirtschaft nahe gebracht werden, "damit er versteht, dass wir vernünftige Rahmenbedingungen brauchen."  Und letztlich werde auch der gesellschaftliche Auftrag an die Land- und Forstwirtschaft immer breiter: Neben Nahrungsmitteln produzieren bayerische Bauern inzwischen oft auch Energie und sind für den Erhalt der einzigartigen Kulturlandschaft zuständig.

Die neue BBV-Spitze übernimmt die Führung

112 der 120 Wahlberechtigten gaben dem Niederbayern ihre Stimme. Mit 74 Stimmen erhielt Günther Felßner aus Günthersbühl bei Lauf an der Pegnitz das Amt des Vizepräsidenten. Dem Führungsteam der 15. Amtsperiode gehört auch die Landesbäuerin Anneliese Göller an. Sie wurde bereits am 18. April gewählt. Mit der Präsidentenwahl sind die Verbandswahlen im Bayerischen Bauernverband zu Ende gegangen.
 
Der 52-jährige Landwirt Heidl engagiert sich bereits seit 1987 ehrenamtlich im Bayerischen Bauernverband. Der Agraringenieur bewirtschaftet einen Betrieb mit Ackerbau, Zucht- und Mastschweinen.

Heidl: "Es ist eine große Herausforderung"

 
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