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Politik national

Bergbauern mit Zukunft: Verbände verabschieden zehn-Punkte Katalog

von , am
05.04.2011

Eine starke Berglandwirtschaft - auch im Zuge der Neustrukturierung der GAP. Das ist das Ziel von Südtiroler Bauernbund, Tiroler Bauernbund und dem Bayerischen Bauernverband.

Die agrarische Nutzfläche in der Schweiz blieb 2012 unverändert, die Zahl der Betriebe aber sinkt. © landpixel
Die Berglandwirtschaft sichert in Bergregionen mehr als jeden siebten Arbeitsplatz und liefert Wirtschaftskraft für den dortigen ländlichen Raum. "All dies ist aber keine Selbstverständlichkeit und wird gerade in der Berglandwirtschaft lediglich in einem geringen Ausmaß über die Erzeugerpreise für Milch und Fleisch entgolten."
Darauf weisen der Südtiroler Bauernbund, der Tiroler Bauernbund und der Bayerische Bauernverband in einer gemeinsam Erklärung hin. Im Vorfeld der internationalen Berglandwirtschaftskonferenz am 11. April in Oberammergau haben sich die Bauernverbände getroffen, um gemeinsame Anliegen an die EU-Agrarpolitik zu formulieren.

Starker Maßnahmenkatalog angestrebt

Gerade weil die Berglandwirtschaft besonders arbeitsintensiv ist - was über die Erzeugerpreise kaum abgedeckt wird - fordern die drei Bauernverbände für die EU-Agrarpolitik nach 2013 einen starken Maßnahmenrahmen zur Förderung der Berglandwirtschaft. In einem zehn-Punkte Katalog haben die Verbandsspitzen ihre Positionen forumliert.

Der zehn-Punkte Katalog im Überblick

  1. Ausreichender EU-Agraretat und klare Trennung von erster und zweiter Säule der EU-Agrarpolitik über 2013 hinaus

  2. Erhalt der Direktzahlungen als Entgelt für öffentliche Leistungen zugunsten der Gesellschaft und als Ausgleich für die hohen EU-Standards bei Lebensmittelsicherheit, Umweltschutz und Tierhaltung

  3. Innerhalb der Direktzahlungsplafonds der Mitgliedstaaten oder Regionen flexible und vielfältige nationale Ausgestaltungsmöglichkeiten entsprechend ihrer Bergbetriebe für die EU-Staaten

  4. Verpflichtende Umsetzung von freiwilligen Agrarumweltmaßnahmen in der zweiten Säule für jeden EU-Staat in einem Mindestumfang von zehn Prozent der nationalen Direktzahlungen statt des von Agrarkommissar Ciolos vorgeschlagenen "Greenings" in der ersten Säule, um die bewährten Agrarumweltprogramme in Österreich, Südtirol und Bayern nicht zu gefährden

  5. Starke Ausgleichszulage in der zweiten Säule

  6. Stärkung der Erzeugung und Vermarktung der qualitativ hochwertigen regionalen Erzeugnisse aus Bergregionen über operationelle Programme sowie die Möglichkeit der Kennzeichnung von Lebensmitteln aus den Bergregionen

  7. Erhalt der traditionellen Bewirtschaftungsweisen und Tierhaltungsformen in den Berggebieten zur Sicherung der Tierhaltung bäuerlicher Bergbetriebe

  8. Vereinfachungen bei Kontrollverfahren und Bürokratie für Klein- und Bergbetriebe

  9. Mehr Selbstverantwortung statt staatlichen Dirigismus

  10. Schutz von Grund und Boden der Bergbauern.
Den kompletten zehn-Punkte Katalog können Sie sich hier als pdf-Dokument herunterladen. zum download ...
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