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Dorf und Familie

Beruf Fischwirt, Nitratbericht und Neonicotinoide

Matthias Ludwig
am
28.11.2014

Die Topthemen der Woche in unserer Community: Wo liegen die Ursachen der schlechten Nitratwerte im Grundwasser? Neonicotinoide, ja oder nein? Wie sieht die Ausbildung zum Fischwirt aus?

NRW-Nitratbericht: Landwirtschaft belastet Grundwasser?
 
Die agrar_heute_redaktion stellt einen ihrer Beiträge zur Diskussion: "In weiten Teilen in NRW hat sich das Grundwasser deutlich verschlechtert. Das geht aus dem neuen Bericht "Nitrat im Grundwasser" hervor. Das Umweltministerium sieht eine eindeutige Verbindung zwischen den Nitratbelastungen und einer zu intensiven Landwirtschaft und fordert Maßnahmen:  [www.agrarheute.com]"
 
rocknrolldirk kommentier: "Ist die Landwirtschaft denn intensiver geworden? Was ich beobachte ist doch, dass vermehrt Pferdehöfe an die Stelle von Milchviehbetrieben treten. Und einige wirtschaften neuerdings oder seit ein paar Jahren extensiv oder bio. Wo ist die Wirkung? Wie siehts in den Niederlanden aus? Dort gibts doch die intensivste LW der Welt - die müssten doch viel mehr Nitrat im Wasser haben als wir...? Dass das Umweltministerium gleich die intensive LW im Verdacht hat, war zu erwarten, das hat es immer!"
 
Llanes fragt: "Wie hoch ist die Viehdichte in Aachen oder Bielefeld? Ich hab gestern ne Auflistung gesehen, da waren die Städte auch gut dabei [...] stehen da eher Kühe oder ist dort mehr Veredlung in den Mehrfamilienhäusern?"
 
christiannds meint: "Da die Nitratbelastung im Grundwasser in den "Veredlungshochburgen" am stärksten ist, läßt sich für mich ein Zusammenhang zwischen extremer Veredelung und der Nitratbelastung nicht wegdiskutieren. Die Probleme sind natürlich werder von gestern noch von vorgestern"

Blogbeitrag der Woche

Grüne Ausbildungsberufe im Fokus
Ein guter Fang

Felix Schnieders aus Barßel ist Hobbyangler. Mit der Ausbildung zum Fischwirt für den Schwerpunkt Fischzucht und -haltung in der Teichwirtschaft Ahlhorn macht der 17-Jährige sein Hobby zum Beruf.

Abfischen ist angesagt, das Prinzip heißt"Alles muss raus!". Von Ende September bis in den November hinein ist Hochsaison in der Teichwirtschaft Ahlhorn. Und alle packen mit an: Meister, Gesellen, Lehrlinge und Praktikanten.

Etwa eine Woche vor dem Abfischen wird die als "Mönch" bezeichnete Ablassvorrichtung der Teiche geöffnet. Langsam fließt das Wasser ab. Zurück bleiben die Fische in künstlich angelegten Abfischgräben. In schweißtreibender Arbeit werden sie mit Zugnetzen eingefangen, grob nach Größe vorsortiert und in großen Behältern auf den Hof transportiert, wo sie wieder sortiert werden.

Mit der Angel in der Hand groß geworden

"Fische aus dem Wasser holen ist meine Lieblingsaufgabe", sagt Lehrling Felix Schnieders. Er ist einer von derzeit 14 Auszubildenden in Niedersachsen, die den Beruf des Fischwirts erlernen. "Ich bin quasi im Kanal groß geworden", sagt Felix, der sich mit Angeln und Fischen beschäftigt, seit er "eine Angel halten kann". Zuhause wird sogar selbst geräuchert. Am liebsten ganz klassisch im Buchenrauch. Für seine Oma packt er aber auch mal ein Stück Erlenholz mit ins Feuer.

Zehn Fakten über Neonicotinoide

Wohlfart kommentiert einen Beitrag auf agrarheute.com: "Neonicotinoide können keine Lösung sein. Pflanzenschutz gegen die Natur ist widersinnig! Natürlich haben die Chemiekonzerne kein Interesse an einem Verbot und verharmlosen die Schädigungen. Der Landwirt ist der Dumme, denn egal welche Schäden auftreten, den Nachweis zu führen ist fast unmöglich. Das wissen die Hersteller dieser Produkte auch und deren Kasse für Rechtstreitigkeiten ist gut gefüllt." 
 
Mett entgegnet: "Nö, die Dummen sind erstmal die Imker. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn ihre Hetzkampagnen haben jetzt dazu geführt, daß kaum noch Raps angebaut wird. Ich kenne einige, die es mit ungebeiztem Raps versucht haben. Und damit gescheitert sind. Die Imker haben sich den eigenen (Raps-) Blüten-Ast abgesägt!"
 
Auch FrankNFoode antwortet auf Wohlfarts Beitrag: "Eine Natur hat Dir keinen Weizen oder Raps hingestellt, das sind widernatürliche Züchtungen des Menschen. Pfui sowas. Die komplette heutige Ernährung ist nicht naturgegeben, wir leben nicht im Einklang mit der Natur. Die Wissenschaftler haben auch Jahrzehnte geforscht an Wirkstoffen und dann haben die unter vielen tausend Arbeiten endlich was sinnvolles gefunden, da kann man verstehen, dass die da kein Interesse dran haben. Verharmlost wird von Seiten der Industrie gar nichts, viel mehr argumentiert die Gegenseite unsachlich und in Panik machender Sensationsgeilheit. Wir Rapsanbauer und die Imker sind momentan die Dummen, denn anstatt 4 mg insektizider Beize sind dieses Jahr auf dem Großteil der Fläche mehrere Spritzungen mit Insektiziden erfolgt, teilweise wurden ganze Flächen umgebrochen."

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