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Gerichtsurteil

Betrüger veruntreut Vermögen eines 82-Jährigen Landwirts

Mann mit Krückstock
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Katharina Krenn, agrarheute
am
02.06.2017

Einem 82-Jähriger Landwirt, welcher im Altersheim lebte, wurde sein gesamtes Vermögens gestohlen. Der Betrüger wurde jetzt zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt.

Im Juni 2010 erteilte der anscheinend damals depressive Landwirt einem 44-Jährigen Mann aus einer Gemeinde im nördlichen Altkreis Grailsheim eine General- und Vorsorgevollmacht. Die Vollmacht sollte dazu dienen den Lebensabend des Landwirts in einem Altenheim zu sichern. Nach dessen Tod sollte der gesamte Besitz an den Bevollmächtigten gehen.

Der 44-Jährige räumte jedoch noch zu Lebzeiten des Schützlings nicht nur das Konto leer, sondern übertrug sich per Schenkungsvertrag das Wohnhaus und sämtliche Grundstücke.     

Täter war bereits vorbestraft

Der Angeklagte schwieg zu allen Vorwürfen beharrlich, wie die Südwest Presse berichtet. Die Richterin des Schöffengerichts in Crailsheim verhängte wegen Untreue eine Strafe von drei Jahren ohne Bewährung.

Der Täter hatte bereits zahlreiche Vorstrafen auf dem Kerbholz wegen Körperverletzung, Betrug und Diebstahl. Gegen den Angeklagten sprächen zudem, so die Richterin, der lange Tatzeitraum von 4 Jahren, die Schadenshöhe und die Wehrlosigkeit des Opfers, das seine einzige Kontaktperson nicht verlieren wollte und „sich deshalb nicht getraut hat, die Vollmacht zu widerrufen".

Hof und Grundstücke sind beschlagnahmt

Die Immobilien gehören rein rechtlich noch dem Angeklagten, sind aber momentan in Beschlagnahmung. Der Landwirt hat ab der Vollstreckung des Urteils drei Jahre Zeit, seinen Besitz zurückzufordern. Dieser muss entweder eine Zwangsvollstreckung in die Wege leiten oder einen Zivilprozess anstrengen. Im Fall, dass der Landwirt keine dieser Maßnahmen ergreift, fallen die Besitztümer nach Ablauf der Drei-Jahres-Frist an den Staat.

Mit Material von Südwest Presse
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