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Wirtschaft

Bewegung am Düngemittelmarkt

AgE/agrarheute
am
18.10.2011

Frankfurt/Moskau/Minsk - Der Markt um Kalidünger ist in Bewegung: K+S will seine Stickstoffsparte zu Gunsten des Kaligeschäfts abgeben, Weißrussland plant den Ausbau der Kalidüngerproduktion.

Der Salz- und Düngemittelspezialist K+S wird sein ungeliebtes Stickstoffdünger-Geschäft möglicherweise schneller los als erwartet, denn offenbar zeigt der russische Wettbewerber EuroChem Interesse. "Wenn der Preis interessant ist, werden wir sie kaufen ", erklärte EuroChem-Eigner Andrej Melnitschenko laut APA vor Journalisten in Moskau. Auch K+S zeigt sich offen: "Wenn jemand auf uns zukommen sollte, sind wir gesprächsbereit ", so ein Firmensprecher zu Reuters.
 
K+S: Konzentration auf Kalidünger und Salz
 
Der russische Industrielle ist für K+S kein Unbekannter. Er war 2007 bei K+S eingestiegen und ist inzwischen nach dem Ausstieg des Chemieriesen BASF mit einer Beteiligung von etwa acht Prozent größter Einzelaktionär. Kürzlich hat Melnitschenko bereits über Eurochem für 700 Millionen Euro das Stickstoffdünger-Geschäft von BASF gekauft. Bisher produziert BASF Stickstoff-Düngemittel für K+S. Die Lieferverträge, die ungeachtet des Eigentümerwechsels weiter gelten, können jedoch Ende 2014 gekündigt werden. K+S denkt darüber nach, spätestens dann ganz aus dem Stickstoff-Bereich auszusteigen und sich auf sein Kerngeschäft mit Kali-Düngemittel und Salz zu konzentrieren.

Weißrussland will Kalidüngerproduktion ausbauen

In Weißrussland soll in den kommenden zehn Jahren ein zweiter Produzent von Kaliumchlorid entstehen und für einen Ausbau der heimischen Kalidüngerproduktion sorgen. Ein entsprechendes Investitionsabkommen wurde Anfang Oktober zwischen Vertretern der weißrussischen Regierung und der in Großbritannien ansässigen Gesellschaft GMC Global Energy plc unterzeichnet, die dem russischen Geschäftsmann Michail Guzerijew gehört.
 
Das Abkommen sieht unter anderem die Erschließung von drei Abschnitten des Kalivorkommens Starobinskoje vor, das sich in der Provinz Minsk befindet. Die weißrussische Regierung geht davon aus, dass der neue Anbieter bis 2021 eine Produktionskapazität von mindestens 1,1 Millionen Tonnen Kaliumchlorid pro Jahr erreichen kann.
 
Bis Ende Oktober soll auch die erste Etappe des internationalen Investorenwettbewerbs für die Erschließung eines weiteren weißrussischen Kalisalzvorkommens - Petrikowskoje in der Provinz Gomel - sowie die Errichtung einer Aufbereitungsfabrik durchgeführt werden. Der bislang einzige weißrussische Anbieter, Belaruskali, hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben rund 8,6 Millionen Tonnen Kalidünger produziert; davon wurden fast 80 Prozent exportiert.
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