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Umwelt

Bewirtschaftung von osteuropäischen Brachflächen bergen Risiken

von , am
05.12.2013

Halle - In Osteuropa liegen 31 Millionen Hektar potentielle Ackerfläche brach. Eine Kultivierung würde jedoch große Mengen Kohlenstoff freisetzen. Forscher untersuchen nun Vor- und Nachteile.

Mit 31 Millionen Hektar Brachflächen schlummert in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion ein großes Potenzial für die Nahrungsmittelproduktion. Nachteil ist allerdings, dass der Boden und die Vegetation auf diesen Brachflächen große Mengen an Kohlenstoff binden, die bei einer Rekultivierung in die Atmosphäre entweichen und so zur Erderwärmung beitragen würden. Forscher des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO), der Humboldt-Universität zu Berlin und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) haben nun ein Modell entwickelt, das es ermöglicht, die räumliche Verteilung der Brachflächen und damit die landwirtschaftlichen Potenziale der Region besser abzuschätzen. Darüber hinaus erlaubt es, Aussagen über das Ausmaß der Kohlenstoffemissionen zu machen, die mit einer Wiederbewirtschaftung verbunden wären.
 

Drohende Kohlenstoffemmission

Mittels des Modells wurde errechnet, dass auf den Brachflächen zwischen 1990 und 2009 etwa 470 Mio. Tonnen Kohlenstoff gespeichert wurden. Die Menge des gespeicherten Elements sei nach dem Jahr 2000 deutlich angestiegen, denn ehemaliges Ackerland benötige eine Übergangszeit von fünf bis zehn Jahren, um von einer Kohlenstoffquelle zu einer -senke zu werden, so die Wissenschaftler. Eine Rekultivierung länger brachliegender Flächen gehe also mit höheren Kohlenstoffemissionen einher und führe auch dazu, dass in Zukunft weniger davon gespeichert wird.
 
"Mithilfe unseres Modells können wir die Vor- und Nachteile einer Rekultivierung und damit einer Intensivierung der Agrarproduktion in dieser für die globale Landwirtschaft wichtigen Region viel besser abschätzen", erläuterte der Wissenschafter Daniel Müller, der maßgeblich an der Studie beteiligt war.
 
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