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Imkerei

Bienen-Diebstahl: Ganze Völker werden geklaut

Bienen auf Wabe
am Freitag, 27.08.2021 - 11:52 (Jetzt kommentieren)

Die Imker hierzulande beklagen immer mehr Bienendiebstähle. Ganze Völker werden einfach geklaut. Und die Täter sind kaum zu erwischen. Jetzt soll eine neue Technik helfen.

Bienendiebstähle sind ein zunehmendes Problem in der Imkerei. Im Jahr 2020 wurden deutschlandweit insgesamt 338 Diebstähle gemeldet. 245.000 Euro Schadenersatz zahlte die Imkerversicherung aus. Die Dunkelziffer liege aber wahrscheinlich höher, erklärte eine Sprecherin gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa), denn nicht alle Imker seien Mitglied in einem Landesverband und damit über die Imkerversicherung abgesichert.

Seit 2018 steigen die Bienenvölkerdiebstähle ungebrochen an. Auch in diesem Jahr sind bereits 195 Fälle mit einem Versicherungswert von 115.000 Euro gemeldet.

Unter Verdacht: andere Imker

"Es werden ganze Völker geklaut, manchmal auch ganze Stände", erklärt Margit Meinke, Geschäftsführerin des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker. Und leider sind die Diebe offenbar kaum zu erwischen. 

"Ich hab es noch nie gehört, dass die Diebstähle aufgeklärt werden", sagt Hubert Quandt, beim Imkerverband Rheinland für Versicherungsanfragen ständig. "Was die Sache so traurig macht: Das kann ja nur ein Imker sein." Jemand anderes könne mit den gestohlenen Völkern ja nichts anfangen. Vor allem im Frühjahr wollten die Diebe wohl eigene Völkerverluste aus dem vergangenen Winter ausgleichen, vermutet Quandt.

Imker greifen zu Technik

Eins der Probleme: Die Beuten stehen oft weit vom Imker entfernt da, wo es aktuell die beste Tracht gibt. Und dort finden sich kaum Zeugen. Manche Imker versuchen deshalb, sich mit Technik zu behelfen, zum Beispiel mit Kameras oder GPS-Sendern in den Bienenkästen. Aber auch das hat bisher wenig Erfolg gezeigt.

Eine neue technische Lösung kommt vom Mobilfunkanbietet Vodafon. Die "GigaBeeProtect"-Box wird im Innenraum der Bienenstöcke angebracht und warnt Imker, wenn sich der Stock bewegt. Dann beginne die Box, alle 30 Sekunden ihren Standort zu senden, so Britta Rudolphi, Leiterin der Technischen Innovationsabteilung Vodafone bei der Vorführung am Donnerstag in Düsseldorf.

Die Batterielaufzeit der Bienenshcutzbox soll 15 bis 18 Monaten betragen und braucht somit keine Stromanbindung. Noch ist das Gerät allerdings in der Entwicklung und nicht zu kaufen. Einen möglichen Preis konnte Vodafon noch nicht nennen.

 

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