Login
Forschung

Bier und Dünger aus Urin

dpa/Eva Eckinger/agrarheute
am
28.07.2016

Belgische Forscher wollen aus Urin Bier brauen und Dünger herstellen. So lasse sich laut Experten aus 1000 Liter Urin genug Dünger gewinnen, um 135 Kilogramm Mais zu produzieren.

Augen auf beim Bierkauf. Das könnte es zukünftig heißen, denn im belgischen Gent sind Forscher gerade dabei, Bier aus Urin herzustellen, wie die dpa berichtet. Dafür lässt ein Professor Festivalbesucher ihre Notdurft in ein spezielles Pissoir verrichten. Alles natürlich im Namen der Wissenschaft.

Umsetzen soll die Idee die Genter Stadtbrauerei "De Wilde Brouwers" (Die wilden Brauer).

Düngerstoffe und Trinkwasser aus Urin

Wie Wasserexperte Arne Verliefde von der Universität Gent der dpa erklärte, testeten die Wissenschaftler dabei ein Verfahren, um Düngerstoffe und Trinkwasser aus Urin zu filtern.

Hauptziel des Projektes sei es laut Verliefde, billigen Dünger für Entwicklungsländer herzustellen. So sammelte man insgesamt rund 1.000 Liter Urin.

Brauen eines Spezialbieres

Aus den Hinterlassenschaften der Festivalbesucher waren laut dpa-Bericht mit einer speziellen Anlage Stickstoff, Phosphor und Kalium gefiltert und etwa 950 Liter Trinkwasser gewonnen worden.

Nach der Prüfung durch staatliche Labore soll das angeblich geschmacksneutrale und schadstofffreie Wasser zum Brauen eines Spezialbieres genutzt werden, heißt es weiter.

1.000 Liter Urin für 135 Kilogramm Mais

Das Filterverfahren solle dann in Entwicklungsländern eingesetzt werden. "Bauern dort haben oft keinen Zugang zu billigem Dünger", berichtete Verliefde gegenüber der dpa. Wie der Wasserexperte weiter erklärte, könne man aus 1000 Liter Urin genug Dünger gewinnen, um 135 Kilogramm Mais zu produzieren.

Ähnliches Projekt in der Schweiz

Bereits in der Schweiz gibt es ein ähnliches Projekt, das seit einiger Zeit erfolgreich getestet wird. Schweizer Landwirte können sogar seit kurzem "Aurin Recycling-Dünger", ein hochwirksames Düngemittel, kaufen. Agrarheute berichtete über die Spezial-Toiletten, die dafür nötig sind, sowie das Verfahren.

Rapsernte 2016: Live vom Feld

Auch interessant