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Umwelt

Bilanz der Hitzewelle: Ackerbrände und Hagelschäden

von , am
06.07.2015

Durch die Hitze der vergangenen Tage kam es vielerorts zu Bränden. Die anschließenden Unwetter richteten große Schäden an. Eine Bilanz der Hitzewelle.

Deutschland hat einen neuen Temperaturrekord: Am Sonntag wurden 40,3 Grad im bayerischen Kitzingen gemessen. So heiß war es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 noch nie. Die extremen Temperaturen der letzten Tage führten in ganz Deutschland zwar zu vollen Eisdielen und Schwimmbädern, zeigten jedoch auch ihre Schattenseiten.
 
So kamen bundesweit mindestens zwölf Menschen bei Badeunfällen ums Leben. Auch an Land hatte die Hitzewelle verheerende Folgen. Äcker, Wälder und Maschinen gerieten in Brand. Menschen kollabierten. Und schließlich zogen auch noch heftige Unwetter über Deutschland hinweg.

Kollabierende Erntearbeiter und Ackerbrände

Wie die dpa meldet, kollabierten zahlreiche Erntearbeiter auf den deutschen Feldern. Auch Waldgebiete, Wiesen und Äcker brannten lichterloh. Bei Großfurra in Thüringen musste die Feuerwehr ganze drei Mal binnen drei Tagen zu Feldbränden ausrücken. So standen unter anderem mehrere Hektar Wintergerste in Flammen.
 
Bei Kitzingen in Unterfranken hielt ein Ackerbrand mit angrenzender Bebauung die Feuerwehren in Atem. Das Übergreifen der Flammen auf eine nur noch wenige Meter entfernte Halle könnte in letzter Minute verhindert werden.

Brennende Traktoren und Heuballenpressen

In Nohfelden im Saarland geriet ein Traktor mit Heuballenpresse in Vollbrand. Das Feuer hatte sich bereits auf circa 2000 Quadratmeter der umliegenden Wiese ausgebreitet. Unter schwerem Atemschutz konnte der Brand gelöscht werden. Bei Ottweiler, ebenso im Saarland, geriet eine Ballenpresse in Brand.
 
Der Traktorfahrer wollte sie noch vom Feld fahren, schaffte es aber nur noch ein Stück, so die Feuerwehr. Innerhalb kürzester Zeit stand die Maschine im Vollbrand und entzündete zudem die angrenzende Fläche. Mehrere tausend Quadratmeter Wiese sowie Rundballen brannten ab.

5000 Quadratmeter in Flammen

In der Gemeinde Alpen in Nordrhein-Westfalen stand ein Feld, welches zum Strohballenpressen vorbereitet war, auf etwa 3.500 Quadratmetern in Flammen, wie die örtliche Feuerwehr berichtet. Eine Ballenpresse war während der Arbeit in Brand geraten und das Feuer hat auf das Feld übergegriffen.
 
Der Landwirt bemerkte dies jedoch umgehend und konnte die Presse sicher aus dem Feld fahren. Er rief mehrere Kollegen mit Treckern und Gerät zum Umgrubbern des Feldes herbei. Auch im nordrhein-westfälischen Dorsten löste eine Strohpresse gleich zwei Feldbrände aus. Dabei brannte eine Fläche von etwa 5000 Quadratmetern mitsamt Stroh vollständig ab.

5 255 Blitze über Nordrhein-Westfalen

Auf die Hitze mit ihren problematischen Auswirkungen folgten in einigen Regionen Deutschlands schließlich heftige Unwetter. Zwei Menschen wurden am Sonntag durch Blitze verletzt, so die dpa. Bäume stürzten auf Autos und Starkregen flutete Keller sowie Straßen.
 
Dem Deutschen Wetterdienst zufolge gingen bis zum Sonntagnachmittag innerhalb von 24 Stunden 65 255 Blitze über Nordrhein-Westfalen nieder. Heftiger Hagel richtete im Süden des Bundeslandes große Schäden an. Die Körner hätten teils einen Durchmesser von vier bis fünf Zentimetern gehabt, sagte Meteorologe Malte Witt.
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