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Politik national

Aus dem BMELV ins Schloss Bellevue Berlin

von , am
24.02.2012

Die BILD-Zeitung nennt ihn den "Gauck-Macher": Der frühere Sprecher von Ex-Bundesagrarministerin Renate Künast und Referatsleiter im BMELV Andreas Schulze soll Pressesprecher von Joachim Gauck werden.

Andreas Schulze, neuer Mitarbeiter im Stab von Joachim Gauck und ehemals Pressesprecher von Ex-Landwirtschaftsministerin Renate Künast. © Werkbild
Aus dem BMELV ins Schloss Bellevue und irgendwann vermutlich auch wieder zurück: das politische Berlin ermöglicht bemerkenswerte Karrierepfade. Seit wenigen Tagen arbeitet Andreas Schulze (47) im Stab von Joachim Gauck. Seine Aufgabe: Die Wahl zum Bundespräsidenten am 18. März pressetechnisch vorzubereiten.
 
Bis Ende voriger Woche war Schulze noch Leiter des Grundsatzreferates der Abteilung 5 im Bundeslandwirtschaftsministerium. Dort war er unter anderem verantwortlich für strategische Fragen einer nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft.

Gauck als Bundespräsident: Aus der Idee wird ein Erfolg

Norbert Lehmann, Redaktion agrarmanager
Norbert Lehmann, Redaktion agrarmanager
Wer die Agrarpolitik schon länger verfolgt, wird sich an Schulze noch als Sprecher von Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast erinnern. Von 2001 bis 2006 war er in der Pressestelle des Ministeriums tätig, davon knapp drei Jahre als deren Leiter. Es folgten Stationen als Sprecher der Stasi-Unterlagenbehörde und als Koordinator der Kommunikation von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag.
 
In dieser Zeit soll Schulze laut Berichten von BILD und FAZ den Namen Joachim Gauck über die grüne und die SPD-Fraktion als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten ins Spiel gebracht haben. Im ersten Anlauf im Sommer 2010 fungierte Schulze für zwei Monate auch als Sprecher für den - vorerst gescheiterten - Kandidaten Gauck. Jetzt, mit eineinhalb Jahren Verspätung, wurde aus der Idee ein Erfolg. Aller Voraussicht nach wird Schulze der nächste Pressesprecher im Bundespräsidialamt - für einen Amtsinhaber, den er selbst vorgeschlagen hat.
 
Und wenn es dort mal nicht mehr so läuft, bleibt immer noch das BMELV als Auffanglager. So wie 2011, als der fünfmonatige Einsatz als Wahlkampfhelfer für Renate Künast bei der Kandidatur für das Amt des Regierenden Bürgermeisters in Berlin nicht den erhofften Wahlsieg einbrachte.

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