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Umwelt

BMU-Bericht: Warum die Natur in keinem guten Zustand ist

Weiher
am Dienstag, 19.05.2020 - 12:48 (2 Kommentare)

Alle sechs Jahre wird der Zustand der Natur in Deutschland bewertet. Das sind die Ergebnisse des FFH-Berichts.

Das Bundesumweltministerium hat den neuen „Bericht zur Lage der Natur“ veröffentlicht, der alle sechs Jahre erstellt wird. Laut der aktuellen Bewertung schneidet die Natur in Deutschland nicht gut genug ab. 63 Prozent der Tiere und Pflanzen sowie 69 Prozent der Lebensraum-Typen, die in der EU nach der sogenannten FFH-Richtlinie geschützt sind, seien in unzureichendem oder schlechtem Erhaltungszustand - vor allem Grünland, Seen, Feuchtgebiete, Meere und Küsten. Besonders kritisch sei die Situation bei den Libellen, Reptilien sowie bei Käfern und Schmetterlingen.

"Etwa ein Drittel der Brutvogelarten sind in den letzten 12 Jahren in ihrem Bestand zurückgegangen, wobei insbesondere Arten des landwirtschaftlich genutzten Offenlandes betroffen sind", heißt es im Bericht.

Nordwesten mit schlechter Bilanz

Insgesamt ist ein günstiger Erhaltungszustand der Natur nur bei 30 Prozent der 93 Lebensraumtypen (LRT) erreicht, 32 Prozent weisen einen ungünstig-unzureichenden und 37 Prozent sogar einen ungünstig schlechten Erhaltungszustand auf.

Dabei ist die Situation in den Alpen überwiegend günstig, in Nordwestdeutschland hingegen überwiegend schlecht, so das Ergebnis des Berichts.

Negative Einflüsse auf Naturzustand

Der Bericht nennt folgende Ursachen für die schlechten Erhaltungszustände:

  • Hohe Nährstoff-und Pestizideinträge,
  • Intensivierung der Flächennutzung,
  • Flächenverluste und Zerschneidung durch Ausbau von Infrastruktur, Siedlungs-und Gewerbegebieten,
  • Veränderung der Hydrologie und Morphologie von Gewässern Entwässerung und Grundwasserentnahme.

Bericht zur Lage der Natur 2020

Alle sechs Jahre bewerten Bund und Länder, wie gut der Erhaltungszustand der Natur ist und in welche Richtung er sich entwickelt, denn sie müssen der EU über die Umsetzung von Naturschutz-Richtlinien Rechenschaft ablegen. Dafür werden Daten von Behörden verwendet, aber auch Informationen, die ehrenamtliche Naturschützer sammeln. Die Daten kommen größtenteils aus den Jahren 2013 bis 2018.

Mit Material von BMU/dpa

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