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Umwelt

Boden: So trocken wie seit 50 Jahren nicht

von , am
12.08.2015

Die extreme Trockenheit hält in vielen Regionen weiter an. In Teilen des Rhein-Main-Gebiets sind seit April fast 150 Liter Regen pro Quadratmeter zu wenig gefallen.

Wie der Deutsche Wetterdienst über Twitter mitteilt, ist der Boden in "Südhessen, Teilen von Nordbayern, Sachsen bis ins südliche Brandenburg so trocken wie seit 50 Jahren nicht. Klimaforscher Mojib Latif sieht in der aktuellen Dürre die ersten Folgen des Klimawandels. In 35 Jahren werden laut Klimaforscher Latif zufolge die Landwirte im Süden und Osten Deutschlands als erste offensichtliche Auswirkungen des extremen Wetters zu spüren bekommen.


Ernteeinbußen vor allem beim Mais

Die extreme Trockenheit hat drastische Auswirkungen auf die Maisernte etwa in Baden-Württemberg. Es werde mit einem Ertragsrückgang von 40 bis 50 Prozent gerechnet, teilte die ZG Raiffeisen-Gruppe in Karlsruhe mit. An einigen Standorten sei sogar mit einem Totalausfall zu rechnen. Mit der Getreideernte sind die Bauern hingegen zufrieden. Ähnliche Probleme in Hessen: "Schon das Frühjahr war kalt mit wenig Regen, die Hitze und Trockenheit jetzt gibt dem Mais den Rest", sagte der Präsident des Hessischen Bauernverbands, Friedhelm Schneider. In den Weinbergen stehen viele Reben unter Dürre-Stress. Bei den Winzern wächst die Sorge um die Ernte - und auch um die Qualität. Gabi von der Brelie, Sprecherin des Landesbauernverbands Niedersachsen, sagte: "Dieses Jahr ist eine Herausforderung für die Landwirte."

Wälder leiden unter der Trockenheit

Die hohen Temperaturen und fehlender Regen haben in manchen Teilen Deutschlands eine Dürre verursacht. Teils ist der Boden so trocken wie seit 50 Jahren nicht. In den Wäldern Hessens etwa leiden vor allem junge Bäume. Jeder dritte im Frühjahr frisch gepflanzte Baum drohe zu vertrocknen, sagte Michael Gerst, Chef des Landesbetriebs Hessen-Forst.
 
Auch in Berlin schadet die lange Trockenheit zunehmend Bäumen und Sträuchern. "Es geht jetzt ans Eingemachte. Die obersten 60 Zentimeter des Bodens sind ausgetrocknet", sagte der Sprecher der Umweltverwaltung, Derk Ehlert. Der warme Wind trockne zusätzlich aus. Es helfe nur "wässern, wässern, wässern."
 
Auch in Frankfurt schnellte der Wasserverbrauch für jüngere Bäume nach oben. "Schon jetzt wässern wir die Jungbäume doppelt so oft wie in den vergangenen Jahren", sagte der Abteilungsleiter Grünflächen Bernd Roser. Was noch dazukommt: Die Trockenheit verschafft einem Kastanien-Schädling, der sogenannten Miniermotte, beste Bedingungen.
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