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Brandenburg

Bodenkauf: KTG Agrar soll 2.800 Hektar unrechtmäßig erworben haben

KTG Agrar SE Firma
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Anke Fritz, agrarheute
am
16.11.2016

Wie die taz berichtet, soll es in Brandenburg einen dubiosen Deal mit Agrarland gegeben haben. Die KTG Agrar war involviert. Profitiert hat am Ende die Münchener Rück.

Die Münchener Rück soll von einem zwielichtigen Deal mit Agrarland in Brandenburg profitiert haben. Der weltgrößte Rückversicherungskonzern erwarb eine Firma mit rund 2.800 Hektar Acker, nachdem diese das gesetzliche Vorkaufsrecht für ortsansässige Landwirte ausgehebelt hatte, berichtet die taz. die tageszeitung in ihrer Mittwoch-Ausgabe. Dabei handelte es sich um Flächen der KTG Agrar.

Münchner Rück zahlt 28 Millionen Euro für 2.300 Hektar

Demnach wollte die Münchener Rück Mitte 2015 in rund 2.300 Hektar Felder von 14 Tochtergesellschaften des größten deutschen Ackerbaukonzerns, KTG Agrar, investieren. Nach dem Grundstückverkehrsgesetz hätte das Land zuerst ortsansässigen Bauern angeboten werden müssen. Deshalb gingen die Äcker zunächst an eine andere KTG-Tochter, die ATU Landbau GmbH.

Diese Transaktion genehmigte der zuständige Landkreis Prignitz laut Agrarministerium in Potsdam, weil die ATU als Brandenburger Landwirt galt. (agrarheute hat beim Landkreis nachgefragt, sowie es eine Antwort gibt aktualisieren wir diesen Artikel) Knapp drei Wochen nach der Genehmigung habe die Münchener Rück 94,9 Prozent der ATU gekauft. Sollte der Versicherer den amtlichen Durchschnittspreis für Agrarland in Brandenburg im vergangenen Jahr gezahlt haben, läge der Gesamtbetrag für die cirka 2.300 Hektar bei etwa 28 Millionen Euro, worauf 1,8 Millionen Euro Grunderwerbsteuer entfielen.

Hat die KTG Agrar die Behörden getäuscht?

Die Brandenburger Landwirtschaftsbehörden prüfen nun, ob die Genehmigung für die ATU rückgängig gemacht werden kann. Der Landkreis habe sie nur deshalb erteilt, "weil der Käufer den Anschein erweckte, dass er nach dem Flächenerwerb weiterhin ein brandenburgischer Landwirtschaftsbetrieb sein würde“, so das Agrarministerium. Dabei sei die ATU ja kurz nach der Erlaubnis an die Münchener verkauft worden.

KTG Agrar bisher ohne Stellungnahme

KTG Agrar ließ Bitten der taz um Stellungnahmen unbeantwortet. Die Münchener Rück dementierte, dass den Ämtern wichtige Angaben verschwiegen worden seien. Die ATU „lieferte die notwendigen Informationen an die Genehmigungsbehörde“, erklärte der Konzern der taz. Die Erlaubnis sei „rechtswirksam erteilt“ worden. Auf die Frage, ob es bereits zum Zeitpunkt der Genehmigung geplant habe, die ATU zu kaufen, antwortete das Unternehmen: „Über Absichten/Pläne informieren wir nicht.“

Mit Material von taz
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