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Wirtschaft

Börsenliebling Bayer punktet mit voller Pharmapipeline

Peter Lessmann/dpa
am
04.11.2013

Leverkusen - Für Bayer-Chef Dekkers hätte das Jahr 2013 bislang kaum besser laufen können. Gewinne sprudeln, die Pharmapipeline ist gut gefüllt und Börsianer applaudieren. Bayer zählt heute zu den teuersten Unternehmen im Dax.

Es ist ein Jahr voller Höhepunkte: Der Chemie- und Pharmariese Bayer feiert 2013 nicht nur sein 150. Firmenjubiläum. Seit 25 Jahren ist die Aktie im Dax notiert und vor zehn Jahren begann die Abtrennung des Chemiegeschäftes, das später als Lanxess reüssierte.
 
Jetzt nimmt der Konzern weitere Bestmarken ins Visier: So dürfte 2013 die 40 Milliarden Euro-Umsatzschwelle geknackt werden, die Aktie peilt die 100 Euro-Marke an und eine weitere Erhöhung der Dividende auf zwei Euro ist in greifbare Nähe gerückt. Im Dax gehört Bayer nach Streubesitz gerechnet neben Siemens heute zu den teuersten Unternehmen.

"Mehr Innovation und weniger Administration"

Seit Oktober 2010 sitzt der gebürtige Niederländer Marijn Dekkers im Chefsessel und hat das Ruder fest in der Hand. Der Topmanager scheint alles richtig gemacht zu haben. "Mehr Innovation und weniger Administration" - lautete sein Credo, als er die Nachfolge von Werner Wenning im Oktober 2010 an der Konzernspitze antrat. Sparen und finanzielle Mittel durch Umschichtung der Ressourcen freisetzen - schrieb sich Dekkers auf die Fahnen. Das Geld wurde vor allem in die Forschung investiert. 10 Milliarden Euro, kündigte Dekkers bei der Vorlage der Quartalszahlen an, sollen von 2013 bis 2015 allein in diesen Bereich fließen.

Pipeline ist gut gefüllt

Tatsächlich ist es vor allem die Gesundheitssparte mit einer gut gefüllten Pharmapipeline, die den Konzern antreibt und die Fantasie der Börsianer beflügelt. "Im Pharmabereich haben wir derzeit einen Superlauf", sagt ein Bayer-Manager.
 
Analysten weisen darauf hin, dass in den vergangenen Jahren praktisch kein Medikament floppte. Ganz im Gegenteil: Da sind jene fünf Arzneimittel, darunter der Blutgerinnungshemmer Xarelto, die es in wenigen Jahren auf einen Spitzenumsatz von insgesamt 5,5 Milliarden Euro bringen sollen. Andere aussichtsreiche Kandidaten befinden in fortgeschrittener klinischer Entwicklung.

Bayer setzt verstärkt auf Life-Sciences

Die beiden wichtigsten Bayer-Teilkonzerne Gesundheit (HealthCare) und Agrar/Pflanzenschutz (CropScience) sollen bis 2015 Umsätze von 22 Milliarden Euro beziehungsweise 10 Milliarden Euro erwirtschaften - das wäre mehr als der gesamte Konzernumsatz 2009. Diese Life-Science-Bereiche, wie Experten sagen, treiben den Bayer-Konzern laufend zu Höchstleistungen. Dabei steht das Unternehmen in der Branche aber keineswegs alleine da. Auch andere Pharmaunternehmen glänzen an der Börse mit Kurssprüngen: Von Pfizer, Johnson & Johnson über Merck, bis Roche, Novartis und Glaxo SmithKline.

Aktie auf Rekordhoch

Die Aktien-Notierungen vieler Pharmaunternehmen haben sich in den vergangenen zwei Jahren zum Teil mehr als verdoppelt. Die Bayer-Aktie, die in den vergangenen Wochen von einem Allzeithoch zum nächsten kletterte, machte dabei zur Freude der Aktionäre den größten Sprung nach oben. Ob die Anleger auch 2013 bei der sich abzeichnenden Geschäftsentwicklung mit einer Aufstockung der Dividende rechnen können, wird sich zeigen. Ausgeschlossen scheint das jedenfalls nicht. Dekkers übt sich in Zurückhaltung: "Warten wir doch erst einmal das vierte Quartal ab".
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