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Dorf und Familie

Born: Breitbandversorgung endlich realisieren

pd
am
06.04.2011

Berlin - Flächendeckende Breitbandversorgung mit 16 Megabit bis 2012 und 50 Megabit bis 2018: Das hat der Generalsekretär des DBV, Helmut Born, gefordert.

"Ein schnelles und leistungsfähiges Internet gehört heute zur allgemeinen 'Daseinsvorsorge'", erklärte Born auf dem Kongress "Zukunft der strukturschwachen und ländlichen Räume" im Deutschen Bundestag. Born unterstützte damit die Bundestagsabgeordneten der Regierungskoalition, die den ländlichen Raum schneller mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen versorgen wollen.
 
Der Kongress fand unter Vorsitz von Ernst Hinsken statt, dem Vorsitzenden des Unterausschusses "Regionale Wirtschaftspolitik" in Deutschland. Dabei geht es, so Born, nicht nur um die Arbeitsfähigkeit und Bildungsmöglichkeit der Bauernfamilien im ländlichen Raum, sondern auch um Arbeitsplätze und Bildungschancen für die Bewohner dort.

Deutschland: Über 60 Prozent der Bevölkerung lebt auf dem Land

Mehr als 60 Prozent der deutschen Bevölkerung leben in ländlichen Regionen. "Wenn Start-Up-Unternehmen wieder aufgeben müssen, weil die Leistungsfähigkeit der Internetverbindungen nicht ausreiche und dies sogar in unmittelbarer Nähe von größeren Städten, dann ist es allerhöchste Zeit, die flächendeckende Breitbandversorgung endlich voranzubringen", betonte Born. Nicht nur junge Menschen beurteilten ihre Bleibeperspektive im ländlichen Raum in erster Linie durch ihre beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten. "Wirtschaftliche Entwicklungen und infrastrukturelle Rahmenbedingungen sind untrennbar miteinander vernetzt", stellte Born fest.
 
Auch der wachsende ländliche Tourismus brauche leistungsfähige Verbindungen, um Reservierungs- und Buchungssysteme für "Urlaub auf dem Bauernhof" zu ermöglichen. Wenn die Netzagentur regionale Monopolsituationen bei den IT-Dienstleistern zulasse, sei es auch notwendig, gleichwertige Verhältnisse in der Fläche als Vergabekriterium zu erzwingen.

Bildung, Familie und Beruf sollen kombinierbar bleiben

Eine weitere besondere Herausforderung sei der Bildungsbereich im ländlichen Raum. Kindertagesstätten und Ganztagsschulen seien in ländlichen Gebieten so einzurichten, dass auch auf dem Land Familie und Beruf kombinierbar bleibe. Entsprechende Betreuungsangebote in den Kindertagesstätten und Schulen sowie flexible Öffnungszeiten seien notwendig. Dazu müssten nicht nur die Kommunen die Voraussetzungen schaffen, sondern auch die Eltern viel Initiative ergreifen. Im ländlichen Raum hätten vernünftige überörtliche Schulnetzplanungen und Fahrkonzepte für die Schüler größere Bedeutung als in den städtischen Ballungszentren. Schulformen übergreifende Standorte auf dem Land würden helfen, die Dauer der Fahrzeiten für die Schüler nicht unverhältnismäßig groß werden zu lassen.
 
Neue Wege für den ländlichen Raum forderte Born auch bei der Ärzteversorgung. Stationäre und ambulante Versorgung seien besser zu vernetzen und Gemeinschaftspraxen voranzutreiben.  
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