Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Meldekette

Brände in der Landwirtschaft: So handeln Sie, wenn ein Feuer ausbricht

Brennender Traktor
am Dienstag, 16.06.2020 - 05:00 (2 Kommentare)

Ob Maschinen- oder Feldbrand, Stall- oder Bürobrand – die Meldekette, also das Vorgehen für den betroffenen Landwirt, ist immer gleich. Folgende 4 Schritte sind laut Brandschutzordnung zu befolgen.

1. Bei Brandausbruch Ruhe bewahren

Wenn ein Feuer auf einem landwirtschaftliche Betrieb ausbricht, ist dieser Punkt kaum planbar und dennoch wichtig. Kurz durchatmen, versuchen, einen klaren Kopf zu bekommen und sich an die folgenden Schritte zu erinnern – das kann in einer Gefahrensituation Leben retten, egal ob auf der Maschine, im Büro oder im Stall. Aus diesem Grund steht die Ruhe an erster Stelle.

2. Notruf absetzen über 112

Ein Notruf besteht aus den 5 W: Wo, Wer, Was, Wie viele, Warten.

  • Wo hat sich der Notfall ereignet
  • Wer ist am Telefon
  • Was ist passiert
  • Wie viele Verletzte/Betroffene gibt es
  • Warten auf weitere Anweisungen der Leitstelle

„Das Wo ist das Wichtigste und kommt deshalb direkt zu Beginn“, erläutert Benedikt Mattern, Brandamtsrat und Fachbereichsleiter Brandschutz an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried. „Denn der Disponent am Telefon kann damit in der Leitstelle sehr schnell, wenn nötig schon parallel zum Notruf, die örtlich zuständigen Hilfskräfte alarmieren. Er wird aber auch durch das Gespräch führen und nachfragen, wenn etwas unklar ist oder vergessen wurde.“

3. Sich selbst in Sicherheit bringen und anderen dabei helfen

Benedikt Mattern ist Brandamtsrat und Fachbereichsleiter Brandschutz an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried.

In Sicherheit heißt, dass man sich aus dem Wirkungsbereich der Gefahr begibt. „Das ist Beamtendeutsch und natürlich sehr individuell. Ein Maschinenbrand kann sehr schnell sehr gefährlich werden und man sollte sich weit genug entfernen“, warnt Mattern.

Die Sicherheit des Menschen steht an erster Stelle. Bei einem Stallbrand bedeutet dieser Punkt aber auch, Tiere in Sicherheit zu bringen, ohne dabei sich selbst oder andere zu gefährden. Dafür ist eine alternative Unterbringung nötig, beispielsweise in einem benachbarten Stall oder einer eingezäunten Weide. Dabei darf sich der Landwirt nicht in den Gefahrenbereich begeben und die Tiere dürfen nicht in Panik frei herumlaufen oder gar in den Straßenverkehr geraten.

4. Gegebenenfalls Löschversuch unternehmen

Wichtig ist, dass dieser Schritt erst der letzte in Abfolge ist. Ein Brand kann sich rasant ausbreiten. „Wenn der Landwirt erst dann den Notruf tätigen würde, wenn er mit seinem Feuerlöscher nicht mehr weiterkommt, geht viel wertvolle Zeit verloren“, so Mattern. Zudem befindet sich der Feuerlöscher häufig an der Gefahrenquelle, zum Beispiel im Aufstiegsbereich eines Traktors. „Beim Löschversuch muss unbedingt eine Eigengefährdung ausgeschlossen sein. An Fahrzeugen bildet sich z.B. durch die brennenden Kunststoffe hochgiftiger Brandrauch. Davon sollte man unbedingt fernbleiben. In so einem Fall rettet man an der Maschine ohnehin nur noch wenig. Aber: Die Maschine kann man ersetzen, die Gesundheit nicht.“

Löschmittel, die auf dem Betrieb oder an der Maschine vorgehalten werden, sind meist nur für Kleinstbrände und Entstehungsbrände geeignet. Häufig sind es 6-kg-Pulverlöscher. Im Zweifel muss aber zugunsten des Eigenschutzes auf den Löschversuch verzichtet werden.

Sollte der Einsatz eines Feuerlöschers möglich sein, gilt es Folgendes zu beachten:

  • Immer mit dem Wind löschen, niemals gegen die Windrichtung
  • Bei mehreren Feuerlöschern: gleichzeitig nutzen, nicht nacheinander
  • Stoßweise löschen und dadurch Pulverwolken erzeugen
  • Brandstelle auch nach dem Löschen im Auge behalten: Es kann zur Rückentzündung kommen
  • Gebrauchte Feuerlöscher unmittelbar von Fachpersonal warten und auffüllen lassen (auch wenn nicht das gesamte Löschmittel verbraucht wurde)

Maschinenbrand: Diese Löschanlagen helfen, wenn Landtechnik brennt

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...