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‚Richtige Entscheidung’

Bulle getötet: Bauernverband verteidigt Polizei

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Eva Eckinger, agrarheute
am
12.01.2016

Der Fall eines Mitte Dezember von Polizisten erschossenen Bullen schlug hohe Wellen. Nun erhalten die Beamten Unterstützung durch den Kreisbauernverband Kassel. Und auch Peta mischt wieder mit.

Die Polizei musste viel Kritik einstecken, als zwei Videos öffentlich wurden, die das Erlegen eines entlaufenen Bullen bei Espenau (Kassel) zeigen. Da die Dienstwaffe zu schwach war, feuerten die Einsatzkräfte 20 Schüsse auf das Tier, bevor es schließlich durch eine Maschinenpistole starb. Die schockierenden Aufnahmen erregten die Gemüter von Landwirten und Nicht-Landwirten gleichermaßen. Agrarheute berichtete.

Nun aber erhalten die Beamten Rückendeckung durch den Bauernverband Kassel, wie die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtet.

Tötung des Bullen 'klar nachvollziehbar'

Dass sich die Polizei dazu entschlossen habe, das 900 Kilogramm schwere Tier zu töten, ist für Kreislandwirt Erich Schaumburg laut HNA-Bericht "ganz klar nachvollziehbar", denn von einem ausgebrochenen Bullen gehe eine große Gefahr für Menschen aus.

"Da sich der Bulle auf einer stark befahrenen Straße befand und mehrere Autos in beiden Fahrtrichtungen in der Nähe des verschreckten Tieres warten mussten, ging die Polizei zu Recht von einer akuten Bedrohung aus", sagte der Kreislandwirt gegenüber der Zeitung.

Kein Verständnis für Strafanzeige von Peta

Allerdings habe Schaumburg laut HNA keinerlei Verständnis für das Handeln der Tierschutzorganisationen PETA und Pakt. Diese hatten wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gegen die Polizei beziehungsweise den Besitzer des Bullen Strafanzeige erstattet.

"Die Tötung des Tieres erfolgte rechtswidrig, da keine Gefahr für Leib und Leben der anderen Verkehrsteilnehmer bestand. Zudem war das Vorgehen des Beamten unverhältnismäßig: Er hätte einen Veterinärmediziner oder den zuständigen Jagdpächter rufen müssen; dieser hätte das Tier betäubt. Zudem war die Art und Weise der Tötung tierschutzwidrig, denn Dienstwaffen der Polizei sind nicht zur Tiertötung geeignet", so PETA.

Richtige Entscheidung, aber Kaliber zu klein

Der Kreislandwirt sieht den Sachverhalt hier anders und meint gegenüber der HNA: "Eine vorherige Betäubung des Tieres hätte von einem Fachmann erledigt werden müssen. Dies hätte Zeit gekostet und die Gefahr eines Unfalls durch das Tier hätte unverhältnismäßig zugenommen."

Die Abwägung der Polizei zugunsten von Leib und Leben sei laut Schaumburg richtig gewesen, auch wenn sich das Kaliber als zu klein erwiesen habe. 

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