Login
‚Richtige Entscheidung’

Bulle getötet: Bauernverband verteidigt Polizei

© youtube/ah
Thumbnail
Eva Eckinger , agrarheute
am
12.01.2016

Der Fall eines Mitte Dezember von Polizisten erschossenen Bullen schlug hohe Wellen. Nun erhalten die Beamten Unterstützung durch den Kreisbauernverband Kassel. Und auch Peta mischt wieder mit.

Die Polizei musste viel Kritik einstecken, als zwei Videos öffentlich wurden, die das Erlegen eines entlaufenen Bullen bei Espenau (Kassel) zeigen. Da die Dienstwaffe zu schwach war, feuerten die Einsatzkräfte 20 Schüsse auf das Tier, bevor es schließlich durch eine Maschinenpistole starb. Die schockierenden Aufnahmen erregten die Gemüter von Landwirten und Nicht-Landwirten gleichermaßen. Agrarheute berichtete.

Nun aber erhalten die Beamten Rückendeckung durch den Bauernverband Kassel, wie die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtet.

Tötung des Bullen 'klar nachvollziehbar'

Dass sich die Polizei dazu entschlossen habe, das 900 Kilogramm schwere Tier zu töten, ist für Kreislandwirt Erich Schaumburg laut HNA-Bericht "ganz klar nachvollziehbar", denn von einem ausgebrochenen Bullen gehe eine große Gefahr für Menschen aus.

"Da sich der Bulle auf einer stark befahrenen Straße befand und mehrere Autos in beiden Fahrtrichtungen in der Nähe des verschreckten Tieres warten mussten, ging die Polizei zu Recht von einer akuten Bedrohung aus", sagte der Kreislandwirt gegenüber der Zeitung.

Kein Verständnis für Strafanzeige von Peta

Allerdings habe Schaumburg laut HNA keinerlei Verständnis für das Handeln der Tierschutzorganisationen PETA und Pakt. Diese hatten wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gegen die Polizei beziehungsweise den Besitzer des Bullen Strafanzeige erstattet.

"Die Tötung des Tieres erfolgte rechtswidrig, da keine Gefahr für Leib und Leben der anderen Verkehrsteilnehmer bestand. Zudem war das Vorgehen des Beamten unverhältnismäßig: Er hätte einen Veterinärmediziner oder den zuständigen Jagdpächter rufen müssen; dieser hätte das Tier betäubt. Zudem war die Art und Weise der Tötung tierschutzwidrig, denn Dienstwaffen der Polizei sind nicht zur Tiertötung geeignet", so PETA.

Richtige Entscheidung, aber Kaliber zu klein

Der Kreislandwirt sieht den Sachverhalt hier anders und meint gegenüber der HNA: "Eine vorherige Betäubung des Tieres hätte von einem Fachmann erledigt werden müssen. Dies hätte Zeit gekostet und die Gefahr eines Unfalls durch das Tier hätte unverhältnismäßig zugenommen."

Die Abwägung der Polizei zugunsten von Leib und Leben sei laut Schaumburg richtig gewesen, auch wenn sich das Kaliber als zu klein erwiesen habe. 

Richtig Geburtshilfe bei Kälbern leisten

Bei einer Geburt platzen die Fruchtblasen in der Regel, nachdem sie die Scheide erreicht haben. Diesem Kalb hier ist nach der Geburt noch von der Fruchtblase umhüllt. Diese muss nun schnellstens vom Kopf entfernt werden, um dem Kalb das Atmen zu ermöglichen. © Birndt/dlg
Manchmal ist das Passieren des Geburtsweges nicht möglich. Zu große Kälber oder abnorme Haltungs-, Stellungs- und Lagevarianten verhindern dies. Auch die körperliche Entwicklung von Färsen hat einen entscheidenden Einfluss. Mit dem sogenannten Durchgangstest überprüft man mit der Hand über der Stirn oder am Schulterblatt, ob das Kalb nicht zu groß ist für den Geburtsweg. © Jackson/dlg
Die Geburtsstricke oder -ketten müssen sauber sein und über das Fesselgelenk angelegt werden. © Jackson/dlg
Die Zughilfe erfolgt dann im Rhythmus der Wehen. In Seitenlage der Kuh kann die notwendige Zugkraft reduziert werden. © Jackson/dlg
So ist der Strick richtig an den Vordergliedmaßen angelegt. Auch mit Zughilfe sollte der Geburtsfortschritt einer normal ablaufenden Geburt entsprechen. Nach circa 10 Minuten sollte das Kalb mindestens 10 bis 15 cm vorangekommen sein. © Jackson/dlg
Für den Einzug ins Becken werden die Beine um zwei Klauenlängen versetzt. Mit der damit bewirkten Schrägstellung des Schultergürtels kann der Durchmesser des Kälberkörpers an diesem Engpass und damit der Kraftaufwand wirksam verringert werden. Der Einzug in das Becken ist maximal mit der Kraft einer Person und ohne mechanischen Geburtshelfer vorzunehmen. © Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover/dlg
Sobald der Schultergürtel das Becken passiert hat, sind fü den Auszug beide Beine wieder auf gleiche Höhe zu bringen. © Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover/dlg
Auch interessant