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Politik national

Bundesländer sollen Gentechnik-Abstände selbst bestimmen

von , am
15.06.2011

Berlin - Während gentechnisch veränderte Organismen von deutschen Äckern de facto verbannt bleiben, feilt die Bundesregierung an Plänen, den Anbau der Biotech- Früchte weiter zu regulieren.

Ab heute gelten neue Regeln. © Mühlhausen/landpixel
Laut einem bekanntgewordenen Entwurf zur Änderung des Gentechnikgesetzes erhalten die Bundesländer künftig die Möglichkeit, die zwischen GVO-Flächen und konventionellen oder ökologisch bewirtschafteten Feldern einzuhaltenden Distanzen selbst festzulegen. Die Landesregierungen sollen dies per Rechtsverordnung regeln und sich auf 'regionale Gegebenheiten' berufen können. Als solche 'regionale Gegebenheiten' kommen laut dem Entwurf insbesondere geografische oder klimatische Bedingungen, landwirtschaftliche Betriebsstrukturen, agrarräumliche Gegebenheiten oder Anbauverfahren in Frage.
 
Bislang gilt als Auflage für den Abstand von GVO-Mais zu konventionellen Kulturen ein Mindestabstand von 150 Meter als Auflage; zu Biomais müssen es mindestens 300 Meter sein. Allerdings hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner vor gut zwei Jahren den Anbau des Genmais MON 810 nach dem Vorbild anderer EU-Mitgliedstaaten unter Berufung auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse unterbunden. Berufen hatte sich die CSU-Politikerin auf Luxemburger Studien zum Einfluss des Mais auf den Zwei-Punkt-Marienkäfer.
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