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Kostenexplosion

Bundesregierung: Wolfsschutz kostet Millionen

Schafe hinter wolfssicherem Zaun
am Dienstag, 03.08.2021 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Nicht nur die Wolfsbestände steigen in Deutschland steil an. Auch die Kosten, die sie verursachen, nehmen immer schneller zu. Das bestätigte die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP.

Die Kosten für die Verhinderung und den Ausgleich von Wolfsübergriffen gehen in Deutschland steil nach oben. Das bestätigte die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag.

Im Jahr 2019 haben sich im Vergleich zum Vorjahr allein die Präventionszahlungen – über die Bundesländer summiert – mehr als verdreifacht. Insgesamt wurden für die Schadensvorbeuge 8,04 Mio Euro gezahlt (Vorjahr: 2,38 Mio).

An der Spitze der Kostenexplosion steht Schleswig-Holstein, wo sich die Präventionszahlungen zwischen 2018 und 2019 von rund 41.000 auf 1,7 Mio Euro mehr als vervierzigfachten.

Immer mehr Wölfe, immer mehr Risse, immer mehr Schadensausgleich

Wolfsberater mit totem Schaf

Auch die Ausgleichszahlungen für entstandene Schäden steigen rasant. Laut Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) verdoppelten sie sich zwischen 2018 und 2019 beinahe (2018: 232.000 Euro; 2019: 418.000 Euro).

Im selben Zeitraum war die Wolfspopulation hierzulande um rund 30 Prozent angewachsen.

Da dieses Bestandswachstum weiterhin anhält und auch die Risszahlen permanent nach oben gehen, ist davon auszugehen, dass die Schadensausgleichssumme 2020 noch deutlich über dem Wert von 2019 lag und weiter steigt. Konkrete Zahlen dazu konnte die DBBW noch nicht vorlegen.

Kosten pro Wolf gehen in die Tausende

Doch nicht nur Herdenschutzmaßnahmen und Schadensausgleich kosten Geld. Am Montag, dem 2. August 2021, teilte die Bundesregierung mit, dass sich aus ihrer Sicht die Arbeit der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) bewährt hat. Der Betrieb dieser Institution sei deswegen bis 2025 gesichert. Jährlich stünden dafür Haushaltsmittel in Höhe von bis zu 220.000 Euro zur Verfügung.

Rechnet man allein die drei erwähnten Posten – also Vorbeugung, Schadensausgleich und DBBW-Betrieb; ohne weitere Punkte wie Gutachter- und Laborkosten – zusammen, kostete jeder Wolf hierzulande im Jahr 2019 etwa 7.000 bis 9.000 Euro (je nach Ansatz der Rudelgröße und damit nach Schätzung der Gesamttierzahl). Dazu kommen nicht direkt zurechenbare Kosten durch abnehmende Beweidung und damit Artenverlust, wie sie sich derzeit vor allem im österreichischen Tirol manifestieren.

Alles in allem ist der Wolf in seiner gegenwärtigen Bestandsentwicklung wohl nicht nur für die Weidetierhalter ein teures Unterfangen.

 

Wolfsschäden und Wolfsbestände: Aktuelle Zahlen und Fakten

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