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Australien

Buschbrände verheerend für die Landwirtschaft

Buschfeuer in Australien
am Montag, 06.01.2020 - 09:39 (1 Kommentar)

In Australien brennt es. Seit Wochen sind die Buschfeuer nicht unter Kontrolle zu bekommen. Die Schäden sind inzwischen verheerend. Auch und vor allem für die australischen Farmer.

Die Buschbrände in Australien beherrschen dieser Tage auch hierzulande die Medien. Bereits 25 Menschen sind in den Flammen ums Leben gekommen, darunter mehrere Feuerwehrleute.

Doch während in Tageszeitungen und Nachrichtensendungen in erster Linie über die Auswirkungen auf Großstädte wie Sydney und Melbourne berichtet wird, sind die Hauptleidtragenden vor allem die Landbevölkerung und die Farmer.

Gut sechs Millionen Hektar betroffen

Die Brände begannen im September des vergangenen Jahres. Forciert durch eine lange Trockenheit und große Hitze breiteten sich die Feuer im Osten und Süden des Kontinents immer weiter aus.

Aktuell sind gut 6 Mio. ha Fläche betroffen, der weitaus größte Teil davon Farmland. Zum Vergleich: Das entspricht mehr als einem Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche Deutschlands (rund 16,7 Mio. ha).

Hunderttausende Schafe und Rinder verendet

Australischer Farmer erschießt Rinder

Auf zahlreichen Flächen gelang es nicht mehr, die Weidetiere in Sicherheit zu bringen. Hunderttausende Rinder und Schafe sind erstickt und verbrannt. Tausende weitere mussten aufgrund ihrer schweren Verletzungen getötet werden. Um die Welt gingen vor wenigen Tagen bewegende Bilder des Milchviehhalters Steve Shipton aus New South Wales, der zahlreiche seiner Rinder erschießen musste.

Die Anzahl der getöteten Nutztiere ist so hoch, dass die australischen Streitkräfte inzwischen Massengräber ausheben, um die Tierkadaver zu beseitigen, bevor sie zur gesundheitlichen Gefahr werden.

Das Wasser geht zu Ende

Doch auch, wer nicht unmittelbar von Brandschäden betroffen ist, kann dieser Tage in Südostaustralien alles verlieren. Das Wasser wird knapp. In der Nähe von Sydney hat die Feuerwehr Sorge, dass ihr das Löschwasser ausgeht. Die langanhaltende Dürre in New South Wales hat den Grundwasserspiegel abgesenkt.

Farmer dürfen deshalb ihr Land nicht mehr bewässern, das ruiniert auch auf den nicht vom Brand betroffenen Flächen die Ernten. Und auch für das Vieh wird das Wasser knapp. Viele Farmer lassen ihre Herden deshalb notschlachten.

Hilfe von den Berufskollegen

Die Hilfsbereitschaft unter der Bevölkerung ist groß. Wie auch schon während der Dürre der vergangenen Monate organisieren Farmer im Norden und Westen des Landes Futtertransporte. Wer für sein Vieh dringend Futter- und Wasserspenden benötigt, kann sich in New South Wales und Vistoria an spezielle Hotlines wenden. Zudem gibt es – neben den Hilfsprogrammen der Regierung und der Landwirtschaftsverbände – zahlreiche Spendenkonten wie die der AussieHelpers oder von Buy a Bale.

Gleichzeitig sind die Farmer eine entscheidende Kraft bei der Feuerbekämpfung. In manchen Regionen sind bis zu 90 Prozent der Brandbekämpfer Freiwillige, vor allem aus der Landbevölkerung.

Hoffen auf Regen

Trotz aller Gegenmaßnahmen ist ein Ende der Buschfeuer bislang nicht abzusehen. Die dürren Flächen brennen wie Zunder, auch Brandschneisen helfen wenig, weil das Feuer starke Winde entfacht, die die kontrolliert abgebrannten Streifen überspringen.

Abhilfe könnte nur starker, anhaltender Regen bringen. Doch der ist laut Wettervorhersage in den betroffenen Regionen bislang nicht in Sicht.

Mit Material von ABC, NFF, NSW Farmers, VFF

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