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Strafe

Bußgeld wegen Verkehrsbehinderung

Traktor vor Autoschlange
am
28.11.2018

Da ein Schweizer Landwirt auf einer Distanz von 3,5 km zu langsam fuhr und so mindestens zehn Autos am Überholen hinderte, muss er nun eine empfindliche Strafe bezahlen.

Im Kanton Luzern in der Schweiz wurde ein junger Landwirt zu einer Geldbuße verurteilt, weil er mit seinem Traktor zu langsam unterwegs war. Er habe so eine Verkehrsbehinderung dargestellt und eine Autokolonne verursacht.

Wie die Bauernzeitung berichtet, muss der 18-Jährige nun über 460 Euro (520 Franken) inklusive Strafe, Gebühren und Auslagen bezahlen.

3,5 Kilometer mit 25 bis 30 km/h

Auf der Rückfahrt von der Obstablieferung habe der junge Mann mit seinem Traktor den nachfolgenden Fahrzeugen das Überholen nicht ermöglicht, heißt es im Strafbefehl. Es habe sich eine Kolonne von mindestens zehn Fahrzeugen gebildet.

Laut des Strafbefehls sei der Landwirt auf dem Streckenabschnitt mit einer Geschwindigkeit zwischen 25 und 30 Stundenkilometern gefahren, berichtet das Newsportal 20 Minuten. Er habe über eine Distanz von 3,5 km den Fahrzeugen hinter sich das Überholen "nicht erleichtert und nicht ermöglicht".

Landwirt habe diverse Ausweichstellen nicht genutzt

Simon Kopp, Informationsbeauftragter der Staatsanwaltschaft, erklärt gegenüber 20 Minuten, dass der Traktorfahrer dabei "diverse Ausweichstellen" nicht genutzt habe. Eine Polizeistreife, die ihn beobachtet hatte, habe ihn schließlich anzeigt. Die Autos mussten also rund achteinhalb Minuten hinter dem Traktor mit Anhänger fahren. Laut Newsportal benötige man mit normaler Geschwindigkeit für diese Strecke fünf Minuten.

Wie die BauernZeitung berichtet, seien solche Strafen sehr selten. Der Luzerner Verband für Landtechnik mahne zwar, aus Imagegründen, wenn möglich, Ausweichstellen zu nutzen: "Jedoch sei das wieder einordnen mit einem langsamen Gefährt bei starkem Verkehr nicht ungefährlich".

Traktorfahrer sieht sich im Recht

Laut 20 Minuten sieht der betroffene Landwirt den Sachverhalt anders, als die Staatsanwaltschaft: An der ersten Stelle hätte er wegen seines Anhängers nicht ausweichen können, an einer weiteren sei ein Auto im Weg gestanden und vor einer Ampel hätte er eine Sicherheitslinie überfahren müssen.

Ausweichstelle Nummer drei sei wiederum Privatgrund gewesen. Und diese gelten als Innerortsbereiche: Nachfolgenden Fahrzeugen müsse man aber nur außerorts Platz machen, so der Landwirt.

Landwirt wollte Wiesen seiner Kollegen nicht zerstören

Dem jungen Traktorfahrer wären nur noch die Wiesen seiner Kollegen geblieben. Die aber wollte er nicht schädigen, seien sie an diesem Tag doch nass gewesen. Er selbst siehe die Strafe als Schikane, erklärt er dem Newsportal. Und laut Bauernzeitung hat auch der Rechtsberater beim Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband wenig Verständnis: Es sei "eher unverhältnismäßig". Eine Verwarnung hätte gereicht.

Der Landwirt habe jedoch keinen Einspruch gegen die Strafe erhoben, wie er 20 Minuten erklärt: "Aufgrund der Empfehlung meiner Rechtsschutzversicherung. Sie übernimmt für mich den Schaden."

Mit Material von BauernZeitung, 20 Minuten

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