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Dorf und Familie

Butterknappheit, Gülleeinarbeitung und Grünlandumbruchverbot

Externer Autor ,
am
16.12.2011

Diese und und andere interessante Themen wie die Frage nach dem optimalen Gerät zum Stoppelsturz wurden letzte Woche wieder auf Landlive.de diskutiert

Pflicht: Nach 4 Stunden Gülle einarbeiten, was meint ihr dazu ?

Das fragt Fendt512Power. DerAzubi hat eine klare Meinung: "Ich find das nur richtig allein schon weil es Wirtschaftlich absolut sinnvoll ist um den N möglichst effizent zu nutzen. Lege dort daheim auch viel wert drauf wenn ich von der Güllebank kaufe" Auch Bauer1 ist es wichtig möglichst wenig Verluste zu haben: "Bei uns fährt einer mit dem Güllefass und der andere gleich mit der Scheibenegge wenn auf Stoppel gefahren wird. Bei weiter Entfernung kann es mal sein, das der mit der Scheibenegge erst ne Stunde später anfängt, damit die Wartezeit nicht zu lang wird." automatix sieht die Sache anders: "Ist ja eine Frechheit, jetzt wird mir schon vorgeschrieben, was ich auf meinem Eigentum zu tun habe - das haben doch sicher die Grünen verbrochen oder?" Karoffelbluete bringt es auf den Punkt: "Manchmal muss man die Bauern zu ihrem Glück zwingen! Bei uns ist das schon seit 18 Jahren Standart, weil wir dadurch weniger N- Dünger zu kaufen müssen! Und wenn ein Acker mit über 40 m³/ha Gülle ein paar Tage so daliegt sieht auch nicht garade schön aus."
Die ganze Diskussion:           http://agrarheute.landlive.de/boards/thread/37954/page/1/

passendes Thema der letzten Woche:
Düngung Grünland mit Gärsubstrat

Jetzt ist es durch - Grünlandumbruchverbot in Baden-Württemberg

FendtDriver95  empört sich im Forum: "So seit gestern ist es endgültig durch, in Baden- Württemberg darf definitiv kein Grünland mehr umgebrochen werden.  Seit 1.7 wurde ja schon ein "Vorgesetz" erlassen, was jetzt engültig verabschiedet wurde.  Hätte gerne noch bei mir 5 ha umgebrochen um dann gleich wieder Grünland anzusäen, damit ich den Ackerstatus zu erhalten, das kann ich jetzt wohl abhacken." Notill hat eine klare Meinung dazu: "Es war klar das bei einer linksextremen Regierung mit Enteignungsgesetzen zu rechnen ist. (und was anderes ist es auch nicht, wenn mir die Nutzung meines Eigentums vorgeschrieben wird). Für Biobetriebe ist es auch ne Katatstrophe, wenn die keinen Feldfutterwechsel mehr machen können, ohne mit Enteignung rechnen zu müßen. Denn als nächstes wird wohl die Deffinitionsfrist 'Grünland' von 6 auf 1 oder 2 Jahre verkürzt werden. Die machen munter da weiter wo Kühnast beendet wurde." automatix schreibt dazu: "Da fällt mir nur ein: selber Schuld. Denn das Grünlandumbruchverbot ist zwar jetzt von den Grünen gekommen, aber im Raum stehts schon viel länger und keiner kann sagen : och, das war jetzt eine Überraschung."  Martin1977 schreibt von seinen Erfahrungen: "Also bevor hier in NRW das Umbruchverbot kam, haben natürlich alle noch schnell gehandelt. Allein bei uns im Ort hat der Pflug so richtig rotiert und es wurde alles noch umgeschmettert. Richtig so. Wer mit Verboten mit enteignungsgleichen Tatbeständen droht muss sich nicht wundern, das der Wutbürger handelt. Die Politiker sind es selbst Schuld. Selbst ich habe die kleinsten Flächen noch umgedreht, wo es sich eigentlich nicht lohnet. Das war ziviler Ungehorsam."

Butterknappheit in Norwegen

Jacobus weißt auf folgendes hin: "aut Presseberichten gibt es in Norwegen zu wenig Butter. Angeblich wird Butter schon überteuert gehandelt und es wurden erste Schmuggler an der Grenze zu Russland gefasst. Der Grund: Die Milchleistung soll aufgrund mangelhaftem Futter zu niedrig sein. Ich finde es sehr interessant zu sehen, wie schnell sich ein Schwarzmarkt etabliert, wenn ein Grundnahrungsmittel fehlt bzw. knapp wird. Ich möchte ja nicht wissen was geschehen würde, wenn Nahrungsmittel durch eine Krise knapp werden würden (das ist nicht als Weltuntergangsszenario zu verstehen)" Ziegenpeter schreibt dazu: "Also wenn das wahr ist, dass eine minderung der Leistung um wenige prozent sofort solche Mangelerscheinugne auslößt, dann kann ich der EU gar nicht zu viel Milch und Butter erzegt werden, bzw der Preis ist eine Sauerei sondergleichen, der im Moment ausgezahlt wird. Für mich ein weitere Beweis, Brot und Spiele - billig Fressen und Gehirnamputierten TV den ganzen Tag." Paula berichtet: "Auch in D ist die Butter zur Zeit knapp . Einige Handelsketten meinten vor Weihnachten werbewirksam den Butterpreis senken zu müssen und bekommen jetzt die Butter nicht zusammen. Nun des einen Pech ist des anderen Freude unser Molkerei verkauft zur Zeit das bei der Käseproduktion übrige Milchfett sehr gut" Auf die Aussage von tyr: "jaja, wo sind die jetzt, die vom Weltmarkt schwafeln? Schönes Beispiel dafür, das es bei Agrarprodukten gar kein Markt gibt. Sonst könnten ja z.B. die gebeutelten deutsche Milchbauern ja nach Norwegen liefern, zu einem der Nachfrage angemessenen Preis natürlich. Die norwegischen Bauern wird der Zustand aber freuen" entgegnet Drehung: "das ist zu kurz gedacht! Das mit der Butterknappheit ist ein schönes (Negativ-)Bespiel dafür was passieren kann wenn man seinen kleinen heimischen (Agrar-)Markt nach außen abschottet und nicht auf Marktveränderungen reagiert.  Kein/wenig Wettbewerb fördert die Ineffektivität und das geht irgendwann (sofern man nicht rechtzeitig reagiert) gegen die Wand."

Wärmekonzept Biogas

JaegerMV fragt im Forum Biogas: "Mal eine frage hier. Wer von eucht hat eine Biogasanlage und welche Wärmekonzepte habt Ihr? Oder gibt es überhaupt keine guten Wärmekonzepte." Fobi schreibt dazu: "Wir vermarkten unsere Wärme an unsere Nachbarn im Dorf gleich nebenan. Hab halt das Problem Sommer - Winterbedarf, ich könnte im Winter die vielfache Wärme Verkaufen interessenten hätte ich viele. Für den Sommer bauen wir nächstes Jahr einen Trockner, damit möchte ich eine größtmögliche Wärmenutzung erreichen. Auserdem betreiben wir im Nachbarort eine Hackschnitzelheizung mit 2 MW Leistung. Da kaufen wir Wärme von einer BGA in unmittelbarer Nähe und speisen diese in unser Leitungsnetz ein. =100% Wärmenutzung." Und  Drehung  meint: "hier in der Gegend werden mehrere solcher BGA-Abwärme Trocknungen als Wagentrocknungen betrieben. (flexibel und einigermaßen kostengünstig) Wärmetauscher + Gebläse und Rohrzuleitung sind festinstalliert, angeschlossen werden dann mit einem Trocknungsboden ausgestattete Anhänger/Wagen, neben Getreide wird hauptsächlich Brennholz (für den Handel) getrocknet." 

Stoppelbearbeitung - geht es auch einfacher?

Darky ist wieder einmal auf der Suche nach dem ultimativen Bodenbearbeitungsgerät: "Immer wieder geht es um die Bodenbearbeitung und Stoppelbearbeitung - egal ob pfluglos oder mit Pflug. Die Stoppelbearbeitung ist er erste und meist entscheidende Eingriff in den Boden. Doch welches Gerät arbeitet flach, durchgängig schneidend, trennt Erdanheftungen von den Pflanzen und ist dabei noch energiesparend? Die Antwort ist einfach - das kann kein Gerät das auf dem Markt ist. Ich frage mich warum man nicht aus vorhandenen Teilen was Vernünftiges konzipiert? Vom Gedanken her würde sich in meinen Augen zb. ein Schälpflug bestehend aus etwas größer dimensionierten Vorschälern anbieten. Die kann man billig mit Scherschrauben oder Federn steinsichern und mit entsprechend vielen Werkzeugen muss die Geschichte nicht einmal arg stabil gebaut sein." Weimeraner24 schreibt: "Also die (erfolgreichen) Biobetriebe die ich kenne Arbeiten entweder Pfluglos mit dem Treffler Präzisions Grubber oder mit einer Art Schälpflug z.B. Kverneland Ecomat, das wäre so in etwa das was du dir vorstellst." DWEWT ist skeptisch: "ein Schälpflug mit Vorschälern macht keinen Sinn, da die Funktion des Vorschälers darin besteht, den oberflächennahen Boden abzuschälen und auf der Pflugfurche zu versenken, damit er vom Pflugschar mit Boden bedeckt werden kann. Eine absolut fragwürdige Praxis! Sinn des Schälens ist es, den Oberboden flach vom darunter liegenden Boden abzutrennen, ihn um 180 Grad zu drehen und ihn, mit der Stoppelseite nach unten, auf dem Boden abzulegen. Bei diesem Vorgang findet keine Bodenmischung statt. Fragwürdig ist auch, ob die bei dieser Bodenbearbeitung nur lose in Kontakt mit der gewachsenen Bodenoberflläche kommenden Samen zum Auflaufen kommen können. Ausserdem ist zu beachten, dass bei trockenem Boden die Arbeitstiefe nicht immer gleichmässig eingehalten werden kann. Mal schleift der Schälpflug, mal greift er zu tief. Der Vorteil liegt darin, dass alle aufgelaufenen Pflanzen von Unterboden abgeschnitten werden und sicher vertrocknen. Also für Problemstandorte eine evtl. angeratene Maßnahme. Ideal, auch für Öko-Betriebe, ist der Federzinkengrubber mit überschneidenden Gänsefußscharren. Kontraproduktiv ist hier bei den beiden ersten Arbeitsgängen ein rückverdichtender Nachläufer; schliesslich wollen wir eine Beikrautdruckreduzierung  durch Vertrocknen."
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