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Ernährung und Gesundheit

BVE-Konjunkturbericht: Umsätze der Ernährungsindustrie stabil

AgE
am
21.05.2014

Berlin - Die Umsätze der deutschen Lebensmittelhersteller haben sich seit September 2013 insgesamt seitwärts entwickelt. Das geht aus dem Konjunkturbericht der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) hervor.

Demnach hemmten im vierten Quartal 2013 und im ersten Quartal 2014 ein abnehmender Preisauftrieb und ein gedämpftes Exportgeschäft - vorrangig in Drittländern - ein weiteres Wachstum. Der solide Lebensmittelabsatz im Inland und die Belebung der Nachfrage aus den EU-Mitgliedstaaten hätten jedoch für Stabilität in der Branche gesorgt, heißt es in dem Bericht.
 
Das Geschäftsumfeld der Lebensmittelhersteller bleibe aber schwierig, da steigende Produktionskosten, saisonale und witterungsbedingte Angebots- und Nachfrageschwankungen, ein harter Wettbewerb, wachsende Verbraucheranforderungen und immer mehr Handelsbarrieren in Drittländern die konjunkturelle Entwicklung bestimmten.

Minimales Auf und Ab

Im vierten Quartal 2013 erzielte die Ernährungsindustrie laut Konjunkturbericht einen Umsatz von 45,1 Milliarden Euro, davon wurden 13,3 Milliarden Euro im Lebensmittelexport erwirtschaftet. Das ist gegenüber dem Vorjahresquartal ein minimaler Zuwachs von 0,4 Prozent. Im Januar und Februar 2014 setzte sich die Stagnation fort. Erwirtschaftet wurde in den beiden Monaten ein Umsatz von 27,6 Milliarden Euro; das entsprach einem Rückgang von 0,8 Prozent. Die Lebensmittelexporte blieben bei einem Wert von 8,4 Milliarden Euro um 0,9 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück.

Rohstoffsituation oftmals angespannt

Steigende Kosten bei Energie, Produktionsmitteln, Personal und Vertrieb in der Lebensmittelproduktion "sowie anspruchsvolle Verbraucher" hätten im vierten Quartal 2013 und ersten Quartal 2014 für einen intensiven Wettbewerb und eine hohe Preissensibilität gesorgt, heißt es im Bericht.
 
Die Hersteller hätten gerade kurzfristige Preisschwankungen bei Produktionsmitteln wie Agrarrohstoffen nur schwer in ihren Verkaufspreisen ausgleichen können. Die Lage an den Agrarrohstoffmärkten sei angespannt geblieben und das Preisniveau hoch. Außerdem hätten sich die Erzeuger- und Ausfuhrpreise für die Lebensmittelhersteller nur geringfügig erhöht. Das Geschäftsklima wurde von den Unternehmen der Ernährungsindustrie laut BVE in den beiden Berichtsquartalen mehrheitlich positiv eingeschätzt. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Stimmung bei den Unternehmen jedoch gemäßigter ausgefallen. Zudem werde die aktuelle Geschäftslage tendentiell besser eingestuft als die zukünftigen Geschäftserwartungen.

Süßwaren rückläufig

Der Umsatz mit Süßwaren am deutschen Inlandsmarkt legte nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) in den ersten Monaten des Jahres 2014 leicht zu. Dieser Zuwachs sei allerdings fast ausschließlich auf die überproportional gute Entwicklung bei salzigen Snacks zurückgegangen. Der überwiegende und "süße" Teil der Produktgruppen habe hingegen eine negative Entwicklung verzeichnet, so dass insgesamt von einem eher mäßigen Start ins Jahr gesprochen worden sei.

Lichtblick Ostergeschäft

Das Ostergeschäft sei von den Unternehmen dagegen wieder etwas besser eingeschätzt worden, wobei die Rohstoffseite aber weiter angespannt bleibe. Von einer aufwendigeren Rohstoffbeschaffung berichtete auch der Verband Deutscher Mühlen (VDM). Es erfordere große Sorgfalt, geeignete Partien auszuwählen, um die hohen Anforderungen der Kunden, die von kleinen Bäckereien über große Backbetriebe bis hin zur Lebensmittelindustrie reichten, zu erfüllen. Die Getreidevermahlung ist laut VDM im Wirtschaftsjahr 2012/13 gegenüber dem vorherigen Wirtschaftsjahr um 2,87 Prozent auf 8,45 Millionen Tonnen angestiegen.

Geflügelfleisch immer beliebter

Laut Angaben des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) belief sich der Verbrauch an Geflügelfleisch im vergangenen Jahr auf 1,57 Millionen Tonnen Schlachtgewicht. Dies entspreche einem Pro-Kopf-Verbrauch von 19,4 Kilogramm. Während der Fleischkonsum 2013 insgesamt um 700 Gramm gesunken sei, habe der Konsum von Geflügelfleisch um 400 Gramm zugelegt. Dadurch habe sich der Anteil des Geflügels am gesamten Fleischverbrauch auf 22 Prozent erhöht. Wie der ZVG weiter berichtete, stieg die deutsche Konsumeiererzeugung 2013 um knapp drei Prozent auf 12,6 Milliarden Stück. Im Gegenzug sei der Importbedarf um acht Prozent auf 7,6 Milliarden Eier gesunken. Der Selbstversorgungsgrad habe mit 71 Prozent aber noch klar unter der 100-Prozent-Marke gelegen.

Biermarkt und Bierkonsum

Für die Brauwirtschaft stellte das vergangene Jahr aufgrund des langen Winters und durchwachsenen Sommers eine Herausforderung dar. Der Bierabsatz ging nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes (DBB) um insgesamt zwei Prozent auf rund 94,6 Millionen Hektoliter zurück. Allerdings sei der Umsatz nach ersten Schätzungen relativ konstant geblieben. Der Gesamtexport deutscher Biere sei aufgrund der Rezession in der EU ebenfalls gesunken, mit einem Anteil von rund 16 Prozent am gesamten Bierausstoß aber doppelt so hoch ausgefallen wie der Import mit 8,1 Prozent.

Fußballweltmeisterschaft bringt Konjunkturschub

Für 2014 erwartet der DBB einen deutlichen Anstieg bei den Exporten in Drittländer, vor allem durch die Fußballweltmeisterschaft. Auch der Inlandsabsatz könnte dadurch angekurbelt werden. Von einer anhaltenden Hochpreisphase am Milchmarkt berichtete der Milchindustrieverband (MIV). Aufgrund der Preise, aber auch wegen überwiegend günstiger Witterungsbedingungen sei die Milcherzeugung in den ersten Monaten des Jahres 2014 angestiegen und die Verarbeitungskapazitäten der Molkereiwirtschaft seien hoch ausgelastet. Erste Preiskorrekturen hätten seit Februar 2014 eingesetzt.
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