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+++ Update: Schweizer Bauern und Bio +++

Campingplätze dringend gesucht - jetzt als Landwirt einsteigen

Wohnmobil auf dem Acker
am Mittwoch, 23.06.2021 - 08:30 (Jetzt kommentieren)

Campingurlaub in Deutschland boomt. Wegen der Corona-Pandemie wollen gerade Familien mit Kindern lieber Urlaub in der Heimat machen. Jetzt zu den Pfingstferien, aber auch für die Sommermonate sind Stellplätze eine begehrte Mangelware. Bauernhöfe können mit wenig Aufwand diesen Trend für sich nutzen: Stellplatz finden, ein bisschen herrichten, Fotos machen Netzwerk raussuchen, anmelden, fertig. Dazu reichen ein paar Tage aus, während Sie darauf warten, dass es trocken genug für den ersten Schnitt wird.

Seit einigen Tagen dürfen die Campingplätze in Deutschland wieder öffnen. Tausende Familien mit Wohnwagen, Wohnmobil, Campingbus oder Zelt haben auf diesen Zeitpunkt gewartet. Den Urlaub in Deutschland zu verbringen ist in in diesem Jahr besonders beliebt: Wegen der Corona-Pandemie wollen viele Familien nicht ins Ausland reisen. Zu groß sind die Bedenken wegen einer Ansteckung und auch die Quarantänezeiten vor und nach einer Reise. 

Die Campingplätze in Deutschland haben also Hochsaison. Das bedeutet: wer nicht schon vor Wochen einen Platz für seinen Wohnwagen oder sein Wohnmobil gebucht hat, steht dumm da. Der ADAC warnt davor, spontan loszufahren und auf gut Glück einen Stellplatz zu suchen. Zu voll sind die Campingplätze und wegen der teilweise noch bestehenden Ausgangssperre ist auch das Übernachten auf den üblichen Wohnmobilstellplätzen nicht ohne weiteres möglich.

Eine Chance für Landwirte

Stellplätze für Camper sind also knapp - eine gute Chance für Landwirte, mit wenig Aufwand einen kleinen Nebenverdienst zu erwirtschaften. Denn neben einer Stellplatzgebühr, die zwischen 10 und 30 Euro pro Nacht betragen kann, können besonders Höfe mit Hofladen oder Direktvermarktung profitieren. Denn die Urlauber sind hungrig und durstig und wollen sich im Urlaub auch richtig was gönnen. Was gibt es da besseres als einen Großeinkauf von frischen Lebensmitteln direkt beim Bauern Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Onlineanbietern und Netzwerken, die bei der Einrichtung und bei der Vermittlung und Buchung helfen. Denn was braucht ein Camper, um glücklich zu sein? Einen ebenen Stellplatz, eine schöne Aussicht, Ruhe und ein kleines bisschen Idylle. Also alles das, was Bauernhöfe auszeichnet. 

Ideale Plätze sind Streuobstwiesen, Waldränder, ebene Flächen neben einer Weide, ein Grünstreifen im Weinberg oder ein lauschiges Plätzchen in Hofnähe. Ein WC und eine Stromanschluss können vorhanden sein, das ist aber kein Muss. Die Flächen sollten einigermaßen eben und, wenn auf einer Wiese, gemäht sein. Je nach Bundesland kann ein Landwirt bis zu 3 Stellplätze anbieten. Dauercamper sind allerdings nicht erlaubt - die Urlauber dürfen maximal 2 Nächte bleiben.

Hier stellen wir Ihnen einige Anbieter vor.

Landcamp: Extra für Schweizer Landwirte

Bauernhofcamping in der Schweiz

Seit Anfang Juni ist die Plattform "landcamp.ch" online, die Stellplatz-Angebote speziell für Landwirte sowie Obst- und Rebbauern koordiniert und in Camper- und Wohnmobilkreisen vermarktet. Mit dabei sind bislang rund 30 Betriebe mit über 70 Stellplätzen.

Der Portalanbieter verspricht den Gastgebern neben dem Zusatzeinkommen aus Stellplatzgebühren vor allem einen verstärkten Verkauf von Hofprodukten. Zudem soll das Portal aktiv der steigenden Anzahl an Wildcampern entgegenwirken und gleichzeitig für Wertschöpfung in Gewerbe und Tourismus sorgen. Interessierte Landwirte können gegen eine Jahresgebühr ihre Stellplätze bei Landcamp inserieren. Die weitere Abwicklung erfolgt über den Landwirt selbst.

Hier gibt es weitere Informationen und die Anmeldung bei Landcamp.

Schau aufs Land: Biohöfe öffnen ihre Tore

Camping auf dem Biobauernhof

Schau aufs Land ist ein digitaler Stellplatzführer, der nachhaltige landwirtschaftliche Betriebe und Campingreisende für Kurzaufenthalte zusammenbringt. Er richtet sich explizit an Betriebe, die ökologisch wirtschaften (Mindestanforderung: EU-Bio-Standard). 

Gesucht werden Anbieter mit einem Bauernhof, Weingut, Brauerei, einer Imkerei oder handwerklichen Manufaktur, die auf ihrem Grund 1–3 Plätze für Camping-Reisende bereitstellen. Die Eintragung ins Register ist kostenlos, und auch die Camper zahlen keine Gebühr für ihre Unterbringung. Nebeneffekt ist hoffentlich ein Einkauf der Camper im Hofladen. Aber auch wer keine Direktvermarktung hat, kann Stellplätze anbieten und dafür eine Spenden- oder Wertschätzungsbox aufstellen.

Mehr Infos und die Anmeldung gibt es auf der Internetseite von Schau aufs Land.

Stellplatz anbieten bei AlpacaCamping

Stellplatz am Hang

AlpacaCamping ist eine Online-Buchungsplattform für Camper-Stellplätze im Grünen. Für Landwirte ist die Teilnahme kostenlos. Sie müssen einige Angaben machen und Bilder von ihrem Angebot schicken. Mit diesen wird ihr Stellplatz dann auf alpacacamping.de vorgestellt. Buchungen erfolgen rein online über das zentrale Buchungssystem der Plattform. Auch die Abrechnung erfolgt über AlpacaCamping. Pro Stellplatz schlagen die Anbieter eine Gebühr von 10 bis 20 Euro/Tag vor.

Weiter Infos und Registrierung über die Onlineplattform www.alpacacamping.de 

 

Zelturlauber oder Wohnmobile empfangen bei My Cabin

mycabin-Camping

MyCabin ist ein junges Start-Up vom Bodensee für die Vermittlung naturnaher Übernachtungsspots. Es richtet sich an Reisende mit Rucksack, Zelt, Camper oder Wohnwagen. Gastgeber sind hier nicht nur Bauernhöfe, sondern auch Privatleute, Klöster, Landgasthöfe etc. Buchung und Abrechnung erfolgen komplett online über die Plattform und sind für die Gastgeber kostenfrei. Man kann angeben, ob ein Zeltplatz angeboten wird, ein Stellplatz für Wohnwagen oder Wohnmobil bzw. Campingbus oder aber eine einfache Hütte oder einen  Unterschlupf wie beispielsweise ein Heulager. MyCabin bietet eine Webseite sowie eine App fürs Smartphone.

Auch hier kann angegeben werden, ob es eine reine Übernachtungsmöglichkeit ist oder ob weitere Services wie WC, Dusche oder Strom angeboten werden. Die Kosten für einen Stellplatz können die Landwirte selber kalkulieren, beispielsweise ein Basispreis von 10 Euro pro Camper und ein Aufpreis pro Person von 2 Euro.

Weitere Infos und Anmeldung unter mycabin.eu

Gastgeber für ausgewählte Camper bei staybetter

Wohnmobil neben einer Weide

Das Campingnetzwerk staybetter wurde im Sommer 2020 gegründet. Zielgruppe sind Camper im autarken Wohnmobil, die zu Gast auf den Hof kommen und dort einen ein wenig abgelegenen Spot zum Übernachten bekommen. Wie bei den anderen Plattformen auch muss der teilnehmende Landwirt nur den Stellplatz anbieten. Strom, Wasser, Sanitäranlagen oder Bewirtung werden nicht erwartet. Es reicht ein schönes Plätzchen in der Natur mit ein wenig Privatsphäre. Bisher sind 30 Höfe in Deutschland Teil des Netzwerks, gesucht werden weitere Betriebe. Anders als bei den anderen Plattformen gibt es keine anonyme Buchung, sondern das Netzwerk besteht aus ausgewählten Campern, die "eingeladen" werden dürfen. 

Der Stellplatz wird nicht bezahlt, sondern die Gäste können spenden. Als Dank für die Gastfreundschaft können die Camper die Hofkampagne unterstützen. Das ist eine sachbezogene Spendenkampagne, für die der Betrieb sammeln kann, wie zum Beispiel ein neues Hoftor, ein neuer Weidezaun oder eine Tier- oder Blühstreifen-Patenschaft. Daher fällt die Beherbergung auch nicht unter die gesetzliche Campingverordnung und ist somit nicht - für landwirtschaftliche Betriebe - auf wenige Nächte begrenzt. 

Mehr Infos und Anmeldung unter staybetter.farm

Etabliertes Netzwerk für Bauernhof-Camping: Landvergnügen

Luftaufnahme von einem VW-Bus an einem Straßenende an einer Wiese

Über 650 landwirtschaftliche Betriebe in ganz Deutschland sind beim Stellplatzführer „Landvergnügen“ gelistet. Camper erwerben für 34,90 Euro den Reiseführer mit allen Anbietern und eine Vignette für Wohnmobil, Campingbus oder Wohnwagen. Zudem gibt es eine App fürs Smartphone. Die Teilnahme am Landvergnügen-Programm ist für die landwirtschaftlichen Betriebe kostenlos. Ein Angebot von WC, Dusche, Strom, Frischwasser oder WLAN können den Betrieb für Reisende attraktiver machen. Wer einen Landvergnügen-Stellplatz in Anspruch nehmen möchte, meldet sich spätestens einen Tag vor der Anreise beim Landwirt an. Nach einer Übernachtung reisen die Urlauber in der Regel wieder ab. Der Stellplatz selber ist kostenlos. Landvergnügen eignet sich besonders für Betriebe mit Direktvermarktung o.ä., bei denen die Urlauber einkaufen können, denn hier ist auch ein Gewinn für den Landwirt drin.

Anmeldung und aller weitere Infos unter landvergnuegen.com

VanlifeLocation: Wiese als Nebeneinkommen

Camping mit VanLifeLocation

Wiesen und Flächen, ausgewiesen als private Stellplätze für Camper sind dieses Jahr heiß begehrt. VanlifeLocation ging am 1. April mit seinem Portal und der App „VanlifeLocation“ online und kann sich seitdem vor Anfragen kaum retten. Kunden sind Menschen, die dicht bevölkerte Campingplätze mit Luxus-Wohnmobilen eher meiden und in ihren selbst ausgebauten VW- und anderen Kleinbussen lieber naturnah auf einer Wiese stehen. Minimalismus auf vier Rädern, der in diesem Fall für maximale Freiheit steht. Gesucht werden dringend Landwirte, auf deren Höfen es die Gelegenheit für einen oder zwei Bulli-Stellplätze gibt.

Landwirte können auf der VanLifeLocation-Webseite kostenlos einen Stellplatz anlegen und ein paar ansprechende Fotos hochladen. Die Buchung und Bezahlung erfolgen dann durch die Besucher vorab. Nach dem Besuch der Gäste erhält der Landwirt 90 Prozent des Mietpreises auf sein Konto ausgezahlt. 10 Prozent gehen an das Buchungsportal. Es kann sich um einen reinen Stellplatz handeln oder mit Wasser und Strom angeboten. Alles kann, nichts muss, viele Camper sind oft auch einfach mit einer Wiese zufrieden.

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