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Dorf und Familie

Castorproteste, kritische Tierärzte und Höfesterben

Externer Autor ,
am
02.12.2011

Im Moment protestieren auch wieder Landwirte im Wendland gegen die Castortransporte. Darüber diskutiert auch landlive.de. Ein TV-Bericht über das Höfesterben ist ebenso Thema bei den Usern.

Zuckerrüben-Logistik
 
Landmaschinenfan interessiert sich für folgendes: "Die Rübenkampagne ist eine logistische Meisterleistung. Die einzelnen Bauern bauen immer mehr Zuckerrüben an, die Anfahrtswege zur Zuckerfabrik werden immer länger und auch die Auflagen der Zuckerfabriken werden immer höher." Halerebeck berichtet: "Hier in Niederbayern ist Rübenernte & Abfuhr fast ausschliesslich gemeinschaftlich organisiert. In unserer Rodegemeinschaft laufen verschiedene Eurotiger der Baujahre 2003 - 2011 (1-MAN bis V8-4), absätzige Verfahren wüsste ich in näherer Umgebung keine mehr, gezogene Technik gibt's kaum. Abfuhr wird mit einer Euromaus 4 und einigen LKW's erledigt. Es werden also die besten Maschinen eingesetzt, die man für Geld kaufen kann, was gepaart mit straffer Organisation in gemeinschaftlicher Struktur die Kosten sowohl für Roden als auch Abfuhr bei hervorragender Arbeitsqualität niedrig hält." Auch bei dermarquardt wird professionell geerntet: "wir lassen roden 6 reihig, und Abfuhr per LKW nach Uelzen ist nur 15km weg, die Abfuhr wird komplett über den Maschinenring abgewickelt." um beim Nixnutz ebenfalls: "Mir imponieren ja diese riesen Maschinen, die sechs Reihen auf einmal aus dem Boden holen, dies auch noch sehr zügig. Bis vor drei Jahren konnte man den kleinsten Bauern in der Gegend noch mit so einem "Zweireiher" beobachten. Heute geht es bei allen Bauern in der Gegend nach dem Prinzip "dermarquardt". Dieses Logistikkonzept, welches mir da man aufgrund des zügigen Arbeitsablaufes fast keine Bauern mehr auf dem Feld antrifft sehr imponiert, könnte allerdings von mir sein. Logistiker können in der Landwirtschaft noch wirkliche Aufwandsminderungen umsetzen."

Ansichten eines Tierarztes

Folgender Artikel aus der Norsee-Zeitungbewegte Cuxman ein neues Thema zu eröffnen: "Der Bericht gibt die Meinung des Tierarztes über die heutige Milchviehhaltung wieder. Nach meiner Meinung ist die Darstellung nicht wirklich falsch, lässt aber bei einem uninformierten Leser einen falschen Eindruck entstehen. Wie soll man auf solch einen Artikel reagieren?" Kone schreibt dazu: " Den Artikel an sich finde ich ziemlich daneben. Die Diskussion sollte lieber innerhalb der Landwirtschaft erfolgen, und nicht nach aussen getragen werden. Allerdings sollten sich auch die Tierärzte mal an der eigenen Nase fassen und die Beratung der Landwirte verbessern, anstatt nur Medikamente zu verkaufen.  In vielen Betrieben käme es billiger, den Tierarzt für eine ordentliche Beratung und Bestandsbetreuung zu bezahlen, anstatt ihn erst zu rufen, wenns "brennt"." Freisinger sieht das schon etwas kritischer: "Wenn du einen TA hast,der nur Medikamente verkaufen will....dann wirf ihn raus. Meine Tierärzte,ein junges Team, machen hervorragende Arbeit . Prophylaxe und Beratung stehen bei denen an Erster Stelle  und immer wenns geht raus mit den Tieren auf die Weide. Sicher Tiere,die vor 20Jahren noch zum Schlachthof oder zumindest für ein paar Hunderter zur Freibank gingen, müssen heutzutage eingeschläfert werden. Wenn ich aber 800.000€Ställe mit Robter und allen Schikanen sehe und in ein Eck wird eine Alibiabkalbebox mit 12m² gedrückt,die nie genutzt wird,und die Kühe auf die Spalten kalben und womöglich festliegend im Dreck hinter dem Kalb herrobben(alles schon gesehen) stellen sich bei mir die Nackenhaare auf."  gammi70 meint: "Ich glaube diejenigen, die positiv zur Landwirtschaft stehen lassen sich von solchen Artikeln nicht verunsichern. Und bei denjenigen, die negativ zur Landwirtschaft stehen, bei denen nützt auch jedes Argument nix. Deshalb glaub ich das Beste ist gar nicht zu reagieren"

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Bauern beteiligen sich am Castor Protest

Jacobus schreibt: "Gerade einen Artikel bei Spiegel Online gelesen, wo auch über die Aktionen der Landwirte im Wendland geschrieben wird. Hier ein Foto mit Protestschleppern. Demnach sind dort mehrere hundert Landwirte mit Traktoren und schwerem Gerät maßgeblich an den Störungen beteiligt. Mit Schlepper oder großem Anhänger werden Gleise blockiert oder Kreuzungen dicht gemacht um den Nachschub der Polizei zu behindern." Tuppie schreibt dazu: "Das machen die Bauern im Wendland schon seit 30 Jahren so, und sie haben meine volle Unterstützung !" Und Viehdokter meint: "Ich hoffe nur, daß die Polizei die Ruhe bewahrt und nicht wie vor einiger Zeit einen 80 Jährigen von seinem Trecker prügelt, weil sie sich "bedroht gefühlt" haben. Komisch, daß nicht nur die Scheiben der Kabine sondern auch die Lampengläser unter den Schlagstöcken arg gelitten haben... vom Altbauern ganz zu schweigen. Von einem der in der Nähe von Lohmar und in Gorleben schon als Viehdokter tätig war. Bekomme heute noch Angst, wenn ich die Berichte wieder verfolge, obwohl ich seit 1996 aus dem Wendland wieder weg bin, wegen dem Gastor" Arcus hat eine kritische Sicht auf das Geschehen: "Ich finde man müsste den Demonstranten den Polizeieinsatz in Rechnung stellen. Ebenso die Reparaturen am Gleisbett, die Schädigung des Waldes durch brennende Barrikaden und was sonst noch so anfällt. Zivilverfahren sollten auf jedenfall die Folge sein."Nixnutz sieht es allerdings anders: "wie die Landwirte sich im Wendland darstellen ist nicht verkehrt. Jedoch darf ich mich ein wenig wundern, dass gerade passend zur schwachen Aufstellung des Widerstandes der japanische Mordskraftwerkbetreiber TEPCO den dortigen Landwirten mitteilte, sie wären für den radioaktiven Niederschlag auf ihren Feldern selber verantwortlich. Recht hat TEPCO sicherlich, gerade, wenn man bedenkt, dass in dem Fall dieser Superschmelze, in deren Rahmen ja alsbald starke hydro-vulkanische Aktivitäten erwartet werden, die Ursache ja in "höherer Gewalt" zu finden ist. "
 

Immer mehr Bauernhöfe sterben

sg2driver startet ebenfalls eine emotionale Diskussion: "Heute kam bei RTL Aktuell ein kurzer, aber guter Beitrag mit dem Titel "Immer mehr Bauernhöfe sterben". Jährlich geben rund 9000 Betriebe auf. Nur noch jeder dritte Betrieb findet einen Nachfolger. Die kleinen Betriebe unter 100 ha rechnen sich meist nicht mehr. Es ist ja bekannt das es immer weniger Nachfolger, vor allem aus der eigenen Familie, gibt. Wie siehts' bei euch aus. Seit ihr selbst betroffen, oder habt ihr einen Nachfolger? Würdet ihr "ein Stück eures Lebens" einfach an Fremde abgeben, oder würde nur jemand aus der Familie oder ein Bekannter in Frage kommen?" 2011 schreibt dazu: "die Pachtpreise stiegen in den letzten 5 Jahren auf das 4 bis 5 fache, Betriebe deren Verträge auslaufen verlieren reihenweise ihre Flächen an BGA s, die teils 500-600 € über dem Ortsüblichen Pachtpreis zahlen. Die Eigentumflächen sind bei uns in der Region selten mehr als 20 - 30 ha und meist darunter, da kann mann sich schnell ausrechnen wies da mit 60 oder 80 Kühen weitergeht ohne Futter! Da ist oft ein Williger und fähiger Hofnachfolger vorhanden und wird sozusagen gezwungen sich eine andere Arbeit zu suchen. Selbst ein leidenschaftlicher Landwirt mit gutlaufender Vollerwerbsbetriebe mit neuwertigen Stall mit 70 Kühen wurde heuer in die Knie gezwungen als er 45 ha Pachtland verlor und somit mit 17 ha dastand. Der Stall ist jetzt leer, der Bauer ca. 45 Jahre lernt jetzt einen neuen Beruf, (nur Glück, das er keine Schulden hatte)!" tiger12 sieht das weniger Emotional: "wenn der Tante-Emma-Laden den Edeka-Supermarkt nicht überlebt hat, hat auch keiner geholfen. Wer zu blöd ist, und trotz eines kleinen Betriebs bei schlechten Preisen meint, einen tausender Mastschweinestall auf Kredit bauen zu müssen, der fährt eben vor die Wand. Wer meint, er kann immer so weiter machen mit seinen 50 ha Ackerbau, der fährt auch vor die Wand. Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit...."
mehr hier                           http://agrarheute.landlive.de/boards/thread/37703/page/1/

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