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Umwelt

Chemie-Unfall an der Jagst: Ermittlungen gegen 21-Jährigen

Eva Eckinger/agrarheute/RNZ
am
11.04.2016

Im vergangenen Sommer floss nach einem Brand in einem Mühlenbetrieb Ammoniumnitrat aus Düngemitteln in den Fluss Jagst. Tausende Fische verendeten. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen jungen Mann.

Nach dem verheerenden Chemieunfall an der Jagst im vergangenen Sommer ermittelt die Staatsanwaltschaft Ellwangen gegen einen 21-Jährigen wegen fahrlässiger Brandstiftung, meldet die Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ). Bei dem Mühlenbrand am 23. August 2015 war mit dem Löschwasser Ammoniumnitrat aus Düngemitteln in das Gewässer gespült worden, wie agrarheute berichtete...

Fischsterben durch verunreinigtes Löschwasser

Die Lagerhallen an der Lobenhäuser Mühle waren aus ungeklärter Ursache in Brand geraten. Eine neue Lagerhalle mit Holzpellets sowie einige Plastiksilos konnte die Feuerwehr nicht mehr retten. Das Feuer hatte einen Schaden in Millionenhöhe angerichtet.

Zudem war verunreinigtes Löschwasser durch einen Damm in den Mühlkanal gesickert. Eine 23 Kilometer lange Giftwelle verteilte sich auf der Jagst. Tausende Fische verendeten.

Chemie-Unfall: Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung

Nun ermittelt also die Staatsanwaltschaft laut RNZ gegen einen 21-Jährigen. Staatsanwalt Jens Weise habe mitgeteilt, dass das Feuer der Mühle in Kirchberg im Kreis Schwäbisch Hall wahrscheinlich auf das Verbrennen von Abfällen und den dadurch verursachten Funkenflug zurückzuführen sei.

Ob dem Beschuldigten ein Fahrlässigkeitsvorwurf zu machen sei, werde derzeit geprüft. Für die rechtliche Beurteilung seien auch die Ermittlungsergebnisse aus weiteren Verfahren wegen Gewässerverunreinigung relevant.

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