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Gentechnik

China baut riesige Fabrik zur Klonfleischproduktion

Krenn
am
26.11.2015

Eine Million Rinderembryos pro Jahr soll das Klonzentrum in der chinesischen Hafenstadt Tianjin auf absehbare Zeit produzieren. Mit dem Bau der ersten kommerziellen Klonfabrik will China seinen enormen Rindfleischbedarf decken.

Knapp 30 Millionen Euro soll das neue Biotechnikzentrum in der nordchinesischen Stadt Tianjin kosten. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua diese Woche mitteilte, soll das Klonzentrum schon 2016 in Betrieb gehen. Dann sollen dort Klone von Rennpferden, Hunden und vor allem eine große Zahl an Rinderklonen hergestellt werden. Das Ziel: Rund 100.000 geklonte Rinderembryos pro Jahr. Später soll die Menge dann auf eine Million Tiere steigen, erklärte der Boyalife-Vorsitzende Xu Xiaochun.

Rindfleisch: Hohe Nachfrage wird bislang mit Importen gedeckt

Der Bau sei eine Antwort auf die enorme Nachfrage nach Rindfleisch in China, so Xiaochun. Mit dem wachsendenden Wohlstand steigt der Konsum an Schweine- und Rindfleisch im Reich der Mitte von Jahr zu Jahr. Nicht ohne Grund sitzt der größte Schweineschlachter der Welt in China. Dort werden pro Jahr fast 50 Millionen Schweine geschlachtet. Beim Rind sieht die Sache anders aus. Es müssen große Mengen an Rindfleisch importiert werden. Hauptlieferant ist Australien.

Mittelschicht konsumiert mehr Rindfleisch

Rindfleisch wird bei den Chinesen zunehmend beliebter. Ausgelöst durch die wiederkehrende Vogelgrippe essen chinesisches Konsumenten zunehmend weniger Geflügel. Außerdem wird "rotes" Fleisch von den Chinesen als höherwertig angesehen und insbesondere von der Mittelschicht konsumiert, schreibt das Bundesministerium in einem Bericht.

'Klonfleisch mit bester Qualität'

Bereits seit dem Jahr 2000 klonen die Chinesen Schafe, Schweine und Rinder. Das Biotechzentrum in Tianjin ist jedoch die erste kommerzielle Einrichtung zum Klonen von Tieren. Laut Wang Dingmian, Vorsitzender der südchinesischen Milchprodukt-Vereinigung, soll das Fleisch der geklonten Rinder sogar besser als das konventionell gezüchteter Rinder sein. "Es ist das leckerste Fleisch, das ich jemals gegessen habe", behauptet der Boyalife-Vorsitzende Xu Xiaochun.

Wer steckt dahinter

Das neue Biotechnikzentrum ist ein Gemeinschaftsprojekt des zur Boyalife-Gruppe gehörenden Molekularinstituts Sinica der Universität Peking, der Tianjin International Joint Academy of Biomedicine und der südkoreanischen Sooam Biotech Research Foundation. Das Projekt wird auch staatlich subventioniert.

 

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