Login
Politik EU

Ciolos mit klarem Bekenntnis zu Warentermingeschäften

von , am
25.05.2011

Brüssel - Die Spekulationen mit Nahrungsmitteln standen im Mittelpunkt der Konferenz "Food for everyone" zu Beginn der Woche in Brüssel, woran wichtige Industrie- und Schwellenländer teilnahmen.

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos sieht funktionierende Warenterminmärkte als wichtiges Instrument für funktionierende Agrarmärkte. © hek
Das Gros der Organisationen im EU-Wirtschafts- und Sozialausschuss vertrat die Ansicht, dass Warentermingeschäfte mit Agrarrohstoffen nicht verboten, aber stärker kontrolliert werden sollen. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos sprach sich klar für gut funktionierende Warentermingeschäfte aus, da diese den Landwirten die Möglichkeit bieten, sich gegen extreme Preisvolatilitäten abzusichern. Zur Einschränkung von Spekulationen forderte er eine Verbesserung der Transparenz auf den Weltagrarmärkten. "Häufig fehle es an Information über die Vorräte, selbst in wichtigen Exportländern", klagte Ciolos. Die Kommission erarbeitet derzeit Vorschläge zu einer Beschränkung der Anlagemengen an Warenterminbörsen und Offenlegung der Engagements von Finanzinvestoren.

Kritik an GAP abgewehrt

Ciolos musste sich auf der "Food for everyone" gegen zahlreiche Vorwürfe der Verbände wehren. "Wer der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) vorwerfe, sie schade den Entwicklungsländern, der kenne sie nicht", konterte der Kommissar. Die EU habe ihre Exporterstattungen mit einem aktuellen Anteil von 0,5 Prozent aller Subventionen deutlich vermindert. "Auch sollen neue Umweltauflagen dazu dienen, die Produktivität der EU langfristig zu erhalten und die Erzeugung nicht zu behindern", so Ciolos.
 
In den Schlussfolgerungen der Konferenz werden die Agrarminister der G-20 aufgefordert, Investitionen in der Landwirtschaft zu fördern, besonders jene in Entwicklungsländern. Eine gesteigerte Produktivität und bessere Einkommen von Kleinbauern können zur Bekämpfung des Hungers in der Welt beitragen. Nicht zuletzt werden sich die G-20 für eine starke Agrarpolitik einsetzen und Landwirte zu Zusammenschlüssen motivieren, um damit eine bessere Marktposition zu erreichen.
Auch interessant