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Wirtschaft

Claas erzielt im Jubiläumsjahr neuen Rekordumsatz

Norbert Lehmann
am
17.12.2013

Der Landtechnikhersteller Claas hat 2013 nicht nur sein 100jähriges Firmenjubiläum ausgiebig gefeiert, sondern auch fleißig gearbeitet und erneut einen Rekordumsatz erwirtschaftet.

Wie Konzern-Geschäftsführer Theo Freye anlässlich der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens gestern in Düsseldorf bekannt gab, stieg der Umsatz in dem am 30. September abgeschlossenen Geschäftsjahr 2013 um 11,3 Prozent auf 3,82 Milliarden Euro. Das Bruttoergebnis vom Umsatz wurde um 7,6 Prozent auf 974,6 Millionen Euro verbessert.
 
Vor allem auf seinen Kernmärkten Deutschland und Frankreich konnte Claas den Absatz steigern, aber auch in Osteuropa, in den USA und in Kanada. Dabei kam dem Unternehmen die hohe Investitionsbereitschaft der Landwirte zugute, die von auskömmlichen Getreidepreisen getragen wird.

Seitwärts in 2014

Für 2014 erwartet Claas einen stabilen bis moderat wachsenden Umsatz. Besonders bei Traktoren sieht das Familienunternehmen Zuwachspotenzial. Das Ergebnis dürfte allerdings unter das Niveau von 2013 sinken, prognostizierte Freye. Das hat zum einen mit den nach wie vor hohen Investitionen in den Ausbau des Geschäfts zu tun. Andererseits leidet die Rentabilität gerade im wachstumsstarken Traktorengeschäft. Verschärfte Abgasnormen erfordern technische Anpassungen und verursachen dadurch höhere Kosten.

Finanziell stabil

Ziel der Unternehmensführung ist, Claas noch stärker zu einem international agierenden Landtechnikanbieter zu entwickeln. Akquisitionen sind dabei nicht erste Wahl, auch wenn das Familienunternehmen mit einer Eigenkapitalquote von 43 Prozent und 864 Millionen Euro liquiden Mitteln komfortabel finanziert ist. Dennoch sollen Übernahmen nur zum Wachstum beitragen, wenn sich passende Gelegenheiten bieten. Stattdessen soll die Unternehmensentwicklung - wie bisher - vornehmend aus eigener Kraft erfolgen.

Werk Krasnodar wird ausgebaut

Dazu wird die Produktionskapazität im südrussischen Krasnodar von bislang 1.000 auf 2.000 Mähdrescher pro Jahr verdoppelt. Mit 172 Millionen Euro ist der Werksausbau in Krasnodar die bisher größte Einzelinvestition. Im März 2015 soll die Produktion anlaufen. Außerdem baut Claas in Woronesch in der Schwarzerderegion eine "Osteuropa-Akademie".

Langfristig eigene Fertigung in China

Auch in China kann Freye sich langfristig einen eigenen Produktionsstandort vorstellen. Im Herbst übernahm Claas die Mehrheit an dem chinesischen Erntemaschinenhersteller Shandong Jinyee mit einem Umsatz von 80 bis 90 Millionen Euro im laufenden Jahr. Die im Juli erstmals bekanntgegebene Akquisition soll bis Frühjahr 2014 abgeschlossen werden. Das Geschäft soll ausgebaut werden. Allerdings hatte Claas Anfang der neunziger Jahre in China mit einer eigenen Fertigung schon einmal Schiffbruch erlitten. Wegen dreister Raubkopien hatten die Westfalen die Produktion in der Volksrepublik rasch wieder eingestellt. Laut Freye hat sich der Schutz des geistigen Eigentums in China inzwischen aber spürbar verbessert. Darum wird ein zweiter Versuch ins Auge gefasst.
 
Ein weiterer Entwicklungsschritt soll das Unternehmen mittelfristig über den Atlantik führen. In ein bis drei Jahren hofft Claas soweit zu sein, seine Traktoren in den USA und Kanada anzubieten. Seit die Gruppe vor nunmehr zehn Jahren die Traktorensparte von Renault Agriculture übernahm, wurde die Fertigung auf 13.000 Stück pro Jahr erhöht. Ursprünglich ein reiner Erntemaschinenspezialist, betrachtet der Konzern das Traktorengeschäft inzwischen ebenfalls als Kernkompetenz. 

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