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Wirtschaft

Commerzbank beendet Spekulation mit Nahrungsmitteln

pd
am
10.08.2012

Berlin - Die Commerzbank bietet an der Börse keine Anlagen auf Grundnahrungsmittelbasis mehr an. Die zweitgrößte deutsche Großbank nahm alle Agrarprodukte aus ihrem Rohstoff-Fonds ComStage ETF CB Commodity EW Index TR heraus.

Wie Foodwatch berichtet, würden auch keine neuen börsennotierten Anlageprodukte auf Basis von Grundnahrungsmitteln aufgelegt. Damit reagiert das Geldhaus auf die Debatte über eine Reihe von Studien, nach denen Anlagen in derartige Rohstoff-Fonds die Preise für Nahrungsmittel nach oben treiben.
 
Die Entscheidung ist aus vorsorglichen Gründen erfolgt, wie die Commerzbank der Verbraucherorganisation foodwatch bestätigte. Auch die DekaBank der Sparkassen und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hatten angekündigt, künftig auf die Spekulation mit Agrarrohstoffen zu verzichten.

Foodwatch begrüßt Entscheidung

Beim Commerzbank-Fonds wurde die Umbildung zum 30. Juli bereits vollzogen. "Am Handeln der Commerzbank sollten sich andere Häuser ein Beispiel nehmen - allen voran die Deutsche Bank. Denn während ihre Gremien angeblich seit Monaten das Geschäftsfeld Nahrungsmittelspekulation überprüfen, treiben ihre Produkte weiterhin Menschen in Armut und Hunger. Unter der neuen Spitze Jain/Fitschen scheint der Überprüfung jede Ernsthaftigkeit verloren gegangen zu sein", kritisiert foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode.

Deutsche Bank: Spekulationsbericht lässt auf sich warten

Nach der Veröffentlichung des foodwatch-Reports "Die Hungermacher" im Oktober 2011 hatte der damalige Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, eine schnelle Prüfung zugesagt.
Die angekündigten Termine für die Vorlage eines Berichts über die Auswirkungen spekulativer Rohstoff-Anlagen sowie die Entscheidung über mögliche Konsequenzen wurden jedoch immer wieder vertagt - zuletzt hatte Herr Ackermann den Bericht für Ende 2012 in Aussicht gestellt.
 
Seine Nachfolger Anshu Jain und Jürgen Fitschen bestätigten diesen Zeitplan bislang nicht; eine foodwatch-Anfrage direkt nach ihrem Amtsantritt hätten die Manager nicht beantwortet.
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