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Politik international

Copa und Cogeca fordern starke GAP

von , am
07.05.2010

Brüssel - Die Dachverbände der EU-Landwirte und ihrer Genossenschaften (Copa und Cogeca) haben ein Positionspapier zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) verabschiedet.

© Paul-Ellis/Fotolia

Copa und Cogeca betonten dabei, dass angesichts der künftigen Herausforderungen eine starke Gemeinsame Agrarpolitik mehr denn je von essenzieller Bedeutung sei.

Die ungünstigen Marktverhältnisse sowie Kostensteigerungen hatten eine gravierende Verschlechterung der Einkommen der Landwirte im letzten Jahrzehnt zur Folge. Diese erreichen im Durchschnitt nur 50 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Verdienste. Zwei Drittel der Einkommen fließen in Form von Direktzahlungen zu. Hinzu kommt, dass die Bauern sich jetzt der Herausforderung zunehmender klimatischer Schwierigkeiten und der sich verschärfenden Marktvolatilität stellen müssen.

"Wenn Landwirte in der Lage sein sollen, diese breite Palette von Leistungen weiter zu erbringen und in den kommenden Jahren zum Wachstum, zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zum Klimaschutz beizutragen, wird eine starke GAP mehr denn je von essenzieller Bedeutung sein ", betonte Copa-Präsident Padraig Walshe im Anschluss an eine Tagung wichtiger EU-Landwirtschaftsvertreter in Brüssel.

Stärkung der wirtschaftlichen Produktionsrolle

Aus diesem Grund müssten die Direktzahlungen an Landwirte erhalten bleiben, und Anpassungen der GAP für die Zeit nach 2013 sollten auf größere Marktstabilität zugunsten der Verbraucher und die Stärkung der wirtschaftlichen Produktionsrolle der Bauern abgestellt werden. "Hierzu benötigen wir neue Instrumente, um mit der Marktvolatilität umzugehen, sowie Maßnahmen zur Festigung der Position der Landwirte in der Lebensmittelkette. Dies muss durch eine überarbeitete Politik mit dem Ziel abgestützt werden, Bauern und Genossenschaften einen besseren Zugang zu Maßnahmen für die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und für die Anpassung an den Klimawandel unter besonderer Bezugnahme auf Auflagen der Wasserwirtschaft zu verschaffen ", so Walshe.

Gegen Renationalisierung der GAP

Der Copa-Präsident unterstrich ferner, dass bei Anpassungen der GAP jeweils der gemeinschaftliche Charakter der Politik verstärkt werden sollte. "Es bedarf finanzieller Solidarität auf Basis eines angemessenen Haushalts mit einer fairen und gleichwertigen Behandlung aller Landwirte, wobei unterschiedlichen Voraussetzungen Rechnung zu tragen ist. Was wir entschieden nicht wollen, ist, dass die GAP weiter renationalisiert wird oder ein höheres Maß an Kofinanzierung zum Tragen kommt, was zu Wettbewerbsverzerrungen führen und den Binnenmarkt untergraben würde. "

Große, öffentliche Leistungen über Markt nicht honoriert

"Für den europäischen Bürger kann es kaum wichtigere Prioritäten als eine stabile Versorgung mit sicheren Lebensmitteln geben, die nachhaltig produziert worden sind. Ganz entscheidend trägt die Landwirtschaft auch zur Beschäftigung in ländlichen Gebieten bei. So sind nahezu 30 Millionen Menschen in landwirtschaftlichen Betrieben tätig. Durch ihre Arbeit bringen Land- und Forstwirte, die über drei Viertel des EU-Gebiets bewirtschaften, zudem eine abwechslungsreiche und attraktive Landschaft hervor, an der sich die europäischen Bürger erfreuen können, die aber auch dem Tourismus zum Nutzen gereicht. Diese großen öffentlichen Leistungen honoriert der Markt nicht. Sie werden über die GAP sichergestellt ", betonte der Copa-Präsident.

Außerdem hätten die Landwirte bei richtigen Anreizmitteln das Potenzial in Händen, weitere ländliche Leistungen zu erbringen - wie den Schutz natürlicher Lebensräume, die Erhaltung der Artenvielfalt, die Prävention von Überflutungen, die Verbesserung der Grundwasser-Speicherungskapazität und die Brandresistenz. (aiz)

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