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Politik EU

Copa-Cogeca: Greening zu wenig ambitioniert

von , am
07.06.2012

Horsens - Die europäischen Landwirte- und Genossenschaftsverbände Copa-Cogeca fordern eine umfassende EU-Liste mit Umweltmaßnahmen. Nur drei Maßnahmen für die gesamte EU vorzuschreiben, sei unrealistisch.

46,5 Millionen Euro Förderung sollen den Absatz von EU-Produkten beleben. © Tanja Bagusat/fotolia
Anlässlich des am Dienstag zu Ende gegangenen informellen EU-Agrarrats im dänischen Horsens zum Thema Begrünung des Agrarsektors legten Copa-Cogeca ihre diesbezüglichen Positionen dar: Demnach müsse die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2013 den Fokus auf Maßnahmen richten, die der Umwelt Nutzen bringen und gleichzeitig die Produktionskapazität der Landwirtschaft wahren. Die Landwirte sollten Umwelt-Maßnahmen aus einer ausgedehnten EU-Liste wählen können, um die vielfältige und diverse Natur der europäischen Landwirtschaft widerzuspiegeln. Allen Landwirten von Schottland bis nach Sizilien drei gleiche Maßnahmen vorzuschreiben, wie von der Kommission vorgeschlagen, sei weder praxisgerecht noch der beste Weg, Umweltnutzen hervorzubringen.
 
Darüber hinaus forderte Copa-Vizepräsident Albert Jan Maat eine Sondermaßnahme zur Förderung von grünem Wachstum, um zunehmenden Herausforderungen wie die steigende Nachfrage nach Lebensmitteln und somit einem erhöhten Bedarf an Produktionskapazitäten zu begegnen. "Copa schlägt die Einführung einer neuen Maßnahme in der Zweiten Säule der GAP (Ländliche Entwicklung) mit drei zentralen Zielen vor: Ressourceneffizienz unter besonderer Bezugnahme auf Nährstoffe und Wasser, Kohlenstoffbindung und Reduktion der Treibhausgasemissionen", erläuterte Jan Maat. Cogeca-Präsident Paolo Bruni betonte die Notwendigkeit für verbesserte Forschung und Innovation zur Förderung der Produktivität. Den Landwirten biete sich in der Biomasseerzeugung für Energie und Industrieprodukte eine einmalige Chance, an der Wirtschaftsentwicklung teilzuhaben. "Die Nutzung von Biokraftstoff und -energie hilft der EU, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die Tierfutterproduktion mittels der eiweißreichen Nebenprodukte daraus anzukurbeln", betonte Bruni. So würde auch die überaus große Importabhängigkeit der EU bei Futtermitteln verringert werden. 
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