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Wirtschaft

Copa-Cogeca-Studie warnt vor liberalisiertem Agrarhandel mit Mercosur

aiz
am
05.03.2011

Brüssel - Ein Abkommen zur Handelsliberalisierung zwischen der EU und dem lateinamerikanischen Handelsblock Mercosur könnte den kompletten Zusammenbruch des EU-Rindfleischsektors bedeuten.

Das ist das Egebnis einer von den EU-Landwirte- und Genossenschaftsverbänden Copa und Cogeca veröffentlichen Studie. Gleichzeitig würden Importe aus diesen Ländern nicht die strengen EU-Normen erfüllen. Anlass dieser Veröffentlichung ist die geplante Fortsetzung der Verhandlungen Mitte März.
In einem Schreiben an EU-Kommissar Ciolos mahnen Copa-Präsident Padraig Walshe und Cogeca-Präsident Paolo Bruni: "Wird der Handel zwischen beiden Seiten voll liberalisiert, so werden sich die geschätzten Verluste im EU-Rindfleischsektor auf bis zu 25 Milliarden Euro belaufen. Ein Handelsabkommen würde auch die Preisvolatilität verstärken und einen starken Anstieg der Schweinefleisch-, Geflügelfleisch- und Maisimporte aus diesen Ländern hervorrufen."

Schon heute 90 Prozent der EU-Rindfleischimporte aus Mercosur

Darüber hinaus zeigt die Studie, dass Mercosur dieselben landwirtschaftlichen Erzeugnisse produziert wie die EU und diese bereits massiv in die EU exportiert - mehr als 90 Prozent der Rindfleischimporte in die Union kommen aus dem Mercosur. "Mit einer weiteren Handelsliberalisierung gegenüber dem Mercosur verschärfen wir unsere Importabhängigkeit und die Ernährungssicherheit der EU wird zunehmend von klimatischen Bedingungen oder politischen Entscheidungen in der Landwirtschaft dieser Länder beeinflusst", so die Verbände.
Copa-Cogeca warnen weiters, dass diese Studie davon ausgehe, dass die wirtschaftlichen Einbußen über den Rahmen der GAP hinausreichen und die Produktion vieler Produkte aus der EU hinaus verlagern würde.

Bedenken zur Lebensmittelsicherheit

Zusätzlich würde ein derartiges Abkommen zu einer Verdoppelung der Kohlendioxidemissionen führen, was dem EU-Ziel einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen zuwiderläuft und der EU das Erreichen ihrer Reduzierungsziele erschweren würde. Es besteht auch nach wie vor Besorgnis im Hinblick auf Sicherheitsaspekte in der Fleischproduktion dieser Länder wie Rückverfolgbarkeit und die Verwendung von Hormonen.

Copa und Cogeca entschieden gegen Zugeständnisse an Nicht-EU-Länder

Copa und Cogeca sprechen sich deshalb entschieden gegen neue Zugeständnisse an Nicht-EU-Länder aus. Letztendlich sollte ein florierender EU-Agrar- und Lebensmittelsektor nicht an Nicht-EU-Länder verkauft werden, denn "der EU-Lebensmittelsektor leistet einen zentralen Beitrag zur EU-2020-Strategie für Wachstum und Beschäftigung und bietet gleichzeitig Ernährungssicherheit".   
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