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Politik international

Copa/Cogeca begrüßen Schwerpunkte des belgischen EU-Vorsitzes

von , am
14.07.2010

Brüssel - Angesichts des abnehmenden landwirtschaftlichen Betriebseinkommens in der EU begrüßte Copa-Cogeca die Intention der belgischen Ratspräsidentschaft, die Gespräche zur Zukunft der GAP fortzusetzen.

© fotolia

Die Dachverbände der EU-Bauern und ihrer Genossenschaften, Copa und Cogeca, forderten die EU-Politiker auf, sicherzustellen, dass eine starke GAP mit ausreichendem Haushalt seitens der EU erhalten bleibt. Anlass für diese Feststellungen war ein erstes Treffen hochrangiger Copa/Cogeca-Vertreter mit der belgischen Landwirtschaftsministerin Sabine Laruelle, die derzeit dem EU-Agrarrat vorsteht.

Arbeitsplatz von 28 Millionen Menschen erhalten

Cogeca-Präsident Paolo Bruni sagte: "Dies ist eine entscheidende Zeit für die Zukunft der GAP, insbesondere mit der für November erwarteten Mitteilung der Europäischen Kommission. Die Landwirtschaft und der Lebensmittelsektor sind eine umfangreiche Quelle für Beschäftigung und bieten derzeit ca. 28 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz. Der Erhalt einer florierenden Agrarbranche und eines florierenden Nahrungsmittelbereichs sind daher in der derzeitigen Wirtschaftsrezession von zentraler Bedeutung. Wir fordern die belgische Ratspräsidentschaft dringend auf, sicherzustellen, dass auch in Zukunft eine starke GAP bestehen bleibt, die die Direktzahlungen an Landwirte erhält, ihre Wettbewerbsstellung verbessert und den 500 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern Lebensmittel und Dienstleistungen bietet."

Fortschritte im Milchbereich und keine Mercosur-Zugeständnisse

"Ich fordere die Ratspräsidentschaft auch dringend auf, eng mit der Kommission zusammenzuarbeiten und in Bezug auf die anstehenden Vorschläge zur Zukunft des EU-Milchsektors auf Grundlage der Empfehlungen der Hochrangigen Gruppe "Milch" Fortschritte zu machen. Copa/Cogeca rufen die Ratspräsidentschaft auch auf, die Gespräche zur Handelsliberalisierung mit Mercosur, dem lateinamerikanischen Handelsblock, einzustellen und warnen vor den verheerenden Folgen, die ein Abkommen auf die Landwirtschaft der EU hätte", ergänzte Copa/Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen.

Bruni: Unfaire und missbräuchliche Praktiken verbieten

"In unseren Vorschlägen zur Stärkung der Position der Landwirte in der Lebensmittelkette weisen wir mahnend darauf hin, dass die Markterlöse der Bauern sinken. Dies liegt daran, dass Landwirte und ihre Genossenschaften der enormen Kaufkraft weniger Verarbeiter und Supermärkte gegenüberstehen. Der Gebrauch dieser Marktmacht führt zu unfairen Praktiken. Daher fordere ich die Ratspräsidentschaft dringend auf, sich mit den Problemen auseinanderzusetzen, die ein reibungsloses Funktionieren der Lebensmittelkette verhindern, und rufe sie auf, faire Vertragspraktiken zu fördern und unfaire und missbräuchliche Gegebenheiten zu verbieten. Ich hoffe weiters, dass die Kommissionsvorschläge, die zu einem späteren Zeitpunkt dieses Jahres erwartet werden, die nötigen Anpassungen der EU-Wettbewerbsregeln vorsehen werden. Genossenschaften und Erzeugerorganisationen sollten wachsen können und es wäre wichtig, dass diesen eine stärkere und fairere Stellung in der Lebensmittelkette gegeben wird", betonte Bruni. (aiz)

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