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Politik international

Copa/Cogeca: Greening darf EU-Wettbewerbsstellung nicht untergraben

von , am
27.01.2011

Brüssel - Eine weitere Ökologisierung - das "Greening " - der Gemeinsamen Agrarpolitik dürfe die Wettbewerbsfähigkeit des Agrar-Lebensmittelsektors nicht untergraben oder die Produktionskapazität der Landwirte gefährden.

Die EU-Agrarmärkte stehen heute im Fokus beim Agrarministerrat in Brüssel. © Gabi Schoenemann/pixelio

Dies betonten die Dachverbände der EU-Bauern und ihrer Genossenschaften, Copa und Cogeca, bei einem hochrangigen Treffen mit der ungarischen Ratspräsidentschaft. Anlass war die GAP-Zukunftsdebatte der EU-Landwirtschaftsminister beim Rat in Brüssel. In einem Gespräch mit dem ungarischen Landwirtschaftsminister Sandor Fazekas betonte Cogeca-Präsident Paolo Bruni:

"Die EU ist anderen Ländern im Hinblick auf eine Ökologisierung der Landwirtschaft bereits weit voraus. Dies hat zu einem starken Kostenanstieg und einer Aushöhlung der Wettbewerbsfähigkeit geführt. Die Kommission hat nun weitere Maßnahmen vorgeschlagen, mit denen die Kosten der Landwirte erneut steigen werden.

Wettbewerbsstellung nicht untergraben  

Dies ist nicht hinnehmbar, insbesondere, wenn die europäischen Landwirte ihr Produktionspotenzial erhöhen müssen, um die weltweite Lebensmittelnachfrage decken zu können, die sich Vorausschätzungen nach bis 2050 verdoppeln wird. Wir werden ein weiteres Greening der GAP daher nur unter einer Bedingung erwägen: Dass die Maßnahmen unsere Wettbewerbsstellung nicht weiter untergraben und unsere Produktionskapazität nicht weiter schmälern. Aus diesem Grund möchten wir untersuchen, wie die GAP umweltfreundliches Wachstum durch Innovation fördern kann."

Erzeuger in der Lebensmittelkette stärken 

Bruni warnte auch davor, dass die Kommissionspläne keine konkreten Maßnahmen zur Stärkung der Stellung von europäischen Landwirten in der Lebensmittelkette enthalten. "Landwirte erhalten derzeit nur einen Bruchteil des Handelspreises. Ein Weg, um sicherzustellen, dass sie einen faireren Anteil am Preis erhalten, ist die Bündelung des Angebots durch Erzeugerorganisationen wie Genossenschaften.

Harmonisiertes Wettbewerbsrecht notwendig 

Das europäische Wettbewerbsrecht muss folglich angepasst werden, damit diese an Größe und Einfluss gewinnen können und so die Funktionsweise der Lebensmittelkette verbessern und einen dynamischen europäischen Agro-Food-Sektor gewährleisten, um 500 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern Lebensmittel und Dienstleistungen zu erbringen. Auch die Vertragsbeziehungen müssen fairer werden", so Bruni. (aiz)

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