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Politik EU

COPA/COGECA suchen nach Alternativen beim Greening

von , am
02.10.2012

Budapest - Von 01. bis 03. Oktober tagt in Budapest der diesjährige "Kongress Europäische Landwirtschaft" der EU-Landwirte- und Genossenschaftsverbände COPA/COGECA. Im Zentrum steht die Zukunft der GAP.

Copa-Cogeca Generalsekretär Pekka Pesonen setzt sich in Brüssel für die Europäischen Landwirte ein. © Fritz
In einer Meldung betonten COPA/COGECA dazu erneut die Bedeutung der GAP-Finanzierung und veröffentlichten neue detaillierte Positionen zu Greening und grünem Wachstum. Des Weiteren lehnen sie eine Umschichtung von Mitteln aus der Ersten (Direktzahlungen) in die Zweite Säule (Ländliche Entwicklung) der GAP ab. An dem Kongress werden hochrangige Redner, darunter auch EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos, die Europaabgeordneten Paolo de Castro und Michel Dantin sowie die ungarischen und zypriotischen (derzeitiger Ratsvorsitzender) Landwirtschaftsminister teilnehmen.

Pesonen: Erste Säule wichtiger denn je

"Mit Blick auf zunehmende Herausforderungen, wie die steigende Nachfrage nach Lebensmitteln, treten wir dem Wunsch mancher Regierungen, Mittel von der Ersten Säule in die Zweite Säule der GAP zu übertragen, mit großer Sorge entgegen", sagte COPA/COGECA-Generalsekretär Pekka Pesonen vor der Veranstaltung. Die Erste Säule der GAP sei wichtiger als je zuvor, wenn die EU den Bürgern Ernährungssicherheit, Stabilität und Nachhaltigkeit garantieren soll. Die aktuellen Vorschläge der Kommission umfassten laut Pesonen Maßnahmen, die die Landwirte der EU dazu verpflichten, für weniger Geld weit mehr zu tun. Zusätzlich würde ihre Wettbewerbsfähigkeit in offeneren Märkten untergraben. Deswegen sollte es keinen Mitteltransfer aus der Ersten in die Zweite Säule geben.

Greening überarbeiten - keine Produktionseinschränkung

Mit Blick auf die zukünftige Ernährungssicherheit dürften die geplanten Greening-Maßnahmen keine negativen Auswirkungen auf die Produktionskapazitäten der Landwirte haben oder höhere Kosten verursachen. "Die Landwirte müssen auch eine Wahl unter verschiedenen Maßnahmen haben. Eine Anwendung derselben drei Maßnahmen auf alle 13 Millionen landwirtschaftlichen Betriebe der EU ist nicht der beste Weg zur Erbringung von Umweltnutzen. Die Vorschläge der Kommission müssen in diesem Sinne überarbeitet werden", so Pesonen. COPA/COGECA fordern für die Landwirte die Möglichkeit, zwei Maßnahmen aus einer begrenzten EU-Liste von sechs möglichen Greening-Maßnahmen auszuwählen, seien aber bereit auch Alternativen zu diskutieren, "wenn gewisse Grundsätze eingehalten werden".

Alternative "grünes Wachstum"

"Wir sind auch davon überzeugt, dass es einen einfallsreicheren und innovativeren Weg zur Bewältigung der ökologischen und klimatischen Herausforderungen gibt. Und zwar über grünes Wachstum: Win-win-Lösungen, die sowohl den Landwirten helfen als auch dem Umwelt- und Klimaschutz zuträglich sind. Wir möchten eine spezifische, an die fünfte Priorität der Union gekoppelte Maßnahme unter der ländlichen Entwicklung einführen", fodert Pesonen. Diese könnte laut COPA/COGECA folgende Praktiken fördern:
  • effizientere Nutzung von Regenwasser,
  • verbesserte Bewässerungsmethoden,
  • direkte Nutzung geothermischer Energie (Trocknung von Kulturen, Gewächshäuser),
  • Präzisionslandwirtschaft,
  • verbesserte Boden- und Grünlandbewirtschaftung,
  • Agro-Forstwirtschaft oder
  • Nutzung von Reststoffen für Bioenergie-/Industriezwecke.
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