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Politik international

Copa/Cogeca warnen vor weiteren Kosten durch GAP-Greening

von , am
14.01.2011

Brüssel - Gestern fand ein Treffen der erweiterten Beratungsgruppe der EU-Kommission zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) statt.

© fotolia

Dabei hoben die Dachverbände der EU-Bauern und ihrer Genossenschaften (Copa und Cogeca) die breite Palette von kostenaufwendigen Maßnahmen hervor, die zum weiteren "Greening " der GAP bereits eingeführt wurden, bei Drittlandsimporten aber nicht einzuhalten sind. Copa und Cogeca warnten dabei vor zusätzlichen Kostensteigerungen.

Warnung vor Kostenfalle

"Seit Anfang der 90er-Jahre sind die Landwirte mit einem Schwall von neuen Umweltschutz-Vorschriften inklusive Nitratkontrollen und Bodenschutzrichtlinien sowie mit Tierschutzregeln konfrontiert worden. Dies hatte drastische Kostensteigerungen zur Folge, die nicht über den Markt wiedergutzumachen sind und die Wettbewerbsfähigkeit untergraben, wo doch die EU mit Importen überflutet wird, die nicht ähnlich kostspielige Anforderungen zu erfüllen haben. Eben aus diesem Grund haben wir uns kritisch zu den von der Kommission vorgeschlagenen zusätzlichen Maßnahmen geäußert, die die Kosten der Landwirte noch stärker in die Höhe treiben werden.

Produktionsverlagerungen in
andere Teile der Welt befürchtet

Ferner könnte eine solche Politik zu Produktionsverlagerungen in andere Teile der Welt führen, einhergehend mit Entwaldung und andersweitigen Umweltschäden", betonte Copa-Präsident Padraig Walshe. "Wir sind aber davon überzeugt, dass Lösungen gefunden werden können, die die europäischen Landwirte in die Lage versetzen, weiter zu erzeugen und zugleich positiv auf Umwelt und Klimawandel einzuwirken. Eine Grünlandzahlung zum Beispiel könnte ihnen helfen, in der Produktion zu bleiben. Gleichzeitig trüge diese zur Reduktion der Treibhausgasemissionen sowie zur Erbringung sonstiger Umweltleistungen bei", sagte er weiter.

Nur ein Bruchteil des Einzelhandelspreises kommt an

Cogeca-Präsident Paolo Bruni betonte: "In Zukunft wird es ganz wesentlich auf eine wettbewerbsfähige Ernährungswirtschaft ankommen, um eine gesicherte Versorgung mit Nahrungsmitteln gewährleisten und der erwarteten Verdopplung der weltweiten Nachfrage begegnen zu können. In den Kommissionsplänen sind aber keine konkreten Maßnahmen vorzufinden, die geeignet wären, dies zu erreichen oder die Position der europäischen Landwirte innerhalb der Lebensmittelkette zu stärken. Gegenwärtig kommt nur ein Bruchteil des Einzelhandelspreises bei den Landwirten an.

Anpassung des EU-Wettbewerbsrechts gefordert  

Ein möglicher Weg für die Erwirtschaftung eines faireren Anteils läuft über die Bündelung des Angebots mittels Erzeugerorganisationen - wie Genossenschaften. Es bedarf daher einer Anpassung des europäischen Wettbewerbsrechts, damit sie umfangs- und größenmäßig wachsen und so auch ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können und eine Verbesserung der Funktionsweise der Lebensmittelkette erreicht wird. Es sind auch fairere vertragliche Beziehungen nötig", sagte er. (aiz)

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