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Frauen

Corona-Krise belastet viele Landwirtinnen stark

Landwirtin mit Tochter
am Dienstag, 05.05.2020 - 14:45 (Jetzt kommentieren)

Die Corona-Krise macht allen zu schaffen, doch Landwirtinnen sind oft besonders betroffen. Viele von ihnen arbeiten in Familie und Betrieb seit Wochen am Limit. Sie brauchen Hilfe, fordert der Deutsche LandFrauenverband.

Die Corona-Krise belastet Landwirtinnen besonders stark, weil sie in den meisten Fällen nicht nur im Familienbetrieb mitarbeiten, sondern auch die Familie selbst am Laufen halten müssen. Und dazu gehört nicht selten die Unterstützung der eigentlich schulpflichtigen Kinder im Homeschooling, die Rund-um-die-Uhr-Betreuung von Kleinkindern, die Pflege älterer und kranker Familienmitglieder und – wo nötig – das kurzfristige Einspringen in die Aufgaben von Mitarbeitern, die selbst krank oder in Quarantäne sind.

Und auch wenn es jetzt erste Lockerungsmaßnahmen gibt: Die Dauerbelastung ist damit längst nicht vorüber.

LandFrauenverband fordert staatliche Unterstützung

Der Deutsche LandFrauenverband(dlv) fordert deshalb aktuell die Bundesregierung auf, sich mit der Lage der Landwirtinnen zu befassen und Unterstützung zu gewähren.

Dazu, so der Verband, gehörten nicht nur finanzielle Sofirthilfen, sondern auch Lösungen für die Kinderbetreuung und Strategien zur Wiederbelebung stillgelegter oder stark eingeschränkter Betriebszweige wie Bauernhoftouristik und Hofcafébetrieb.

Viele Frauen sind am Limit

„Die Frauen auf den Höfen arbeiten seit Wochen am Limit, um das wirtschaftliche Auskommen ihrer Betriebe zu sichern und Ausfälle von Fremdarbeitskräften zu kompensieren. Gleichzeitig betreuen sie ihre Kinder zu Hause und managen den Haushalt weiter“, sagte dlv-Präsidentin Petra Bentkämper im Zusammenhang mit den geforderten Unterstützungsmaßnahmen. "Diese Frauen sind am Ende ihrer Kräfte und brauchen dringend eine Perspektive.“

Juliane Vees, Erste dlv-Vizepräsidentin, ergänzte: „Die Pflege und Verantwortung für die auf den Höfen lebenden Altenteiler kann nicht mehr geteilt werden, da die Angehörigen den Höfen zum Schutz der Älteren fernbleiben. Außerdem fällt die Entlastung über die Tagespflege aufgrund von Corona weg.“

Diese Situation bringt nicht nur die Frauen, sondern auch ihre Familien und die dazugehörigen Betriebe ans Limit. Eine staatliche Unterstützung sei deshalb längst überfällig.

Wirtschaftliche Unsicherheit bedrückt die Menschen

agrarheute hat in einer Umfrage zum gleichen Thema wissen wollen, worin Landwirtinnen und Landwirte aus privater Sicht die Hauptschwierigkeit in ihrer gegenwärtigen Situation sehen. Bislang treibt die meisten die Sorge um die wirtschaftliche Zukunft ihrer Betriebe und ihrer Familien um. Auch die seelische Belastung durch die Kontaktsperren ist für viele nur schwer zu verkraften.

Unsere Umfrage läuft weiter. Wenn Sie sich noch beteiligen möchten, klicken Sie auf die Schaltfläche:

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