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Stimmen aus der Praxis

Corona: "Nach sechs Wochen lief der Alltag wieder normal"

Julia Ratschker und Tobias Löhrlein im Stall
am Donnerstag, 15.04.2021 - 08:16 (1 Kommentar)

Wenn das Coronavirus den eigenen Hof erreicht, ist die Unsicherheit groß. Julia Ratschker erzählt, wie ihre Familie damit umging.

Bei Julia Ratschker und der Familie ihres Freunds ist die Corona-Erkrankung noch gar nicht so lange her. “Über Weihnachten waren wir Kontaktperson 1 – meine Schwiegermutter hatte Corona. Mein Freund, mein Schwiegervater und ich haben dann während unserer zehntägigen Quarantäne auch Symptome bekommen”, sagt die 27-Jährige.

Zu den Symptomen zählten:

  • Glieder- und Gelenkschmerzen,
  • Schüttelfrost
  • und Geruchs- und Geschmackslosigkeit

Nach ein paar Tagen war jedoch zum Glück alles vorbei, mittel- oder langfristige Beschwerden nach der Corona-Erkrankung haben sie keine. 

Julia Ratschker berichtet über die Corona-Erkrankung Ihrer Familie und ist eine von vier betroffenen Landwirtschaftsfamilien, die über die überstandene Erkrankung der Familie berichten.

Azubis und Helfer durften wegen Corona nicht auf den Hof

“Meine Schwiegermutter hatte es aber etwas länger gedauert, also habe ich ihr ihre Arbeiten im Haushalt abgenommen.” Und auch im Betrieb half sie ihrem Freund und dem Schwiegervater. “Unsere Auszubildende und die Helfer, mit denen wir uns die Wochenenddienste teilen, durften ja nicht auf den Betrieb kommen.

"Zum Glück ist es um Weihnachten herum relativ ruhig auf dem Hof, also mussten wir uns nur morgens und abends immer aufraffen, um zu Füttern und zu die 100 Kühe zu Melken.” Trotzdem: auch, wenn sie Glück im Unglück hatten und die Erkrankung schnell überstanden war, hat es mit Quarantänezeiten und Co. sechs Wochen gedauert, bis Auszubildende und Helfer wieder auf den Hof durften und die Arbeit wieder ihren geregelten Lauf ging. 

Corona: Quarantäne nur aufgrund eines Bauchgefühls

In Quarantäne haben sich Julia und ihr Freund übrigens nur aufgrund eines Bauchgefühls begeben: “Obwohl wir die gleichen Symptome hatten wie Tobis Eltern, waren unsere Tests – im Gegensatz zu denen meiner Schwiegereltern - negativ.” Erst ein freiwilliger Antikörpertest Anfang Februar hat bestätigt, dass sie tatsächlich Corona hatten. “Eigentlich dachte ich immer, dass ich mich bei der Arbeit anstecke”, sagt Julia Ratschker, die normalerweise in einer Modeboutique arbeitet und in ihrer Freizeit auf dem Milchviehbetrieb der Schwiegerfamilie hilft. Seit dem Lockdown bewegt sie sich nur auf dem Betrieb – und hat sich trotzdem infiziert.

Corona: Glück im Unglück

Julia Ratschker sieht’s positiv: “Jetzt haben wir es wenigstens hinter uns und bin froh, dass wir uns selbst um den Hof kümmern konnten.” Ansonsten hätten sie auf ihr Netzwerk an Bekannten zurückgreifen müssen, “oder wir hätten über Social Media einen Aufruf gestartet und Kollegen gesucht, die uns helfen können. Der Maschinenring hätte niemanden schicken können, weil das eine Gefährdung für ihre Betriebshelfer gewesen wäre.” 

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