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Direktvermarktung

Coronavirus: 8 Tipps, wie Sie Ihren Hofladen sicher machen

Wochenmarktstand Karle
am Donnerstag, 02.04.2020 - 07:20 (Jetzt kommentieren)

Hofläden, Wochenmärkte, Verkaufsautomaten haben dank Coronakrise Hochbetrieb. Wir haben 8 Tipps, wie Sie mit einfachen Mitteln die Kunden und sich absichern können.

Die Coronakrise wirkt sich auch massiv auf die bäuerliche Direktvermarktung aus. Hofläden, Wochenmärkte, Verkaufsautomaten haben Hochbetrieb. „Wir haben natürlich so schnell keine Zahlen“, sagt Dr. Hans-Dieter Stallknecht vom bundesweiten Netzwerk „Einkaufen auf dem Bauernhof“. „Sicher ist jedoch, dass in ganz Deutschland die Anzahl der Kunden in der Direktvermarktung stark angestiegen ist.“ Auch bei Facebook berichten die Landwirte von leergekauften Eierautomaten, Warteschlangen vor den Marktständen und Hofläden.  

„Ich finde das super“, erklärt Junglandwirtin Carlotta Hahlbohm aus Bockleben in Niedersachsen. „Endlich mal ein bisschen mehr Wertschätzung für unsere Arbeit und nette Worte!“

Große Herausforderung

Hofladen-Lamplhof

Annemarie Lampl, die Vorsitzende von Einkaufen auf dem Bauernhof Bayern, sieht den Run auf die Hofläden auch kritisch: „Wir haben derzeit sehr viele neue Kunden, so dass unsere Stammkundschaft manchmal etwas darunter leidet, weil nicht alles mehr wie in gewohntem Umfang zur Verfügung steht.“ Natürlich würde sie sich freuen, wenn die Nachfrage so hoch bliebe. „Aber die Leute werden ihr Einkaufsverhalten vermutlich wieder ändern, wenn Corona vorbei ist. Im Moment ist natürlich auch zu bedenken, dass sich ganze Familien zu Hause komplett selbst versorgen müssen, was natürlich von Haus aus schon zu einem erhöhten Verbrauch an Lebensmitteln führt. Ich persönlich finde es sehr schade, dass die Landwirtschaft sonst immer der Buhmann für alles – nur in Krisenzeiten wie jetzt erinnern sich die Verbraucher doch nur zu gerne, wie wichtig die Landwirtschaft und das Handwerk sind.“

Der Lamplhof vor den Toren Münchens mit hofeigener Metzgerei hat sich auf die Haltung von bayerischen Fleckvieh-Ochsen spezialisiert, deren Fleisch im eigenen Hofladen vermarktet wird. Und der war in den letzten Wochen rege frequentiert. Zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden hat der Lamplhof strenge Hygienevorschriften eingeführt: „Wir achten darauf, dass nur drei Personen gleichzeitig reindürfen, dass die Kunden bitte Abstand halten und nur die Ware anfassen, die sie auch wirklich kaufen. Alle Regeln stehen gut lesbar auf der Tafel vor dem Eingang.“

8 Tipps, wie Sie Kunden und Mitarbeiter vor Viren schützen

  • Hygieneregeln erklären: Weisen Sie mit einem Schild freundlich, aber bestimmt auf die Vorschriften in Ihrem Laden hin. Das Schild sollte gut lesbar und zentral platziert sein.
  • Zutritt beschränken: je nach Größe des Ladens immer nur eine oder maximal drei Personen. Bitte keine ganzen Familien einlassen.
  • Wartebereich einrichten: bei mehr Kundenandrang erleichtert ein kleiner Wartebereich vor dem Laden das Warten – zum Beispiel mit Gartenstühlen (Abstand beachten) und Sonnenschirm
  • Vorbestellung: Ermöglichen Sie den Kunden, per Mail oder Telefon vorzubestellen – dann muss die Ware nur kurz abgeholt werden.
  • Zahlung erleichtern: Bieten Sie alternative, kontaktlose Zahlmethoden an. Zum Beispiel Geldeinwurf per Briefkasten oder virtuell über Paypal.
  • Abstand halten: Theke und Tresen können Sie mit einer Plexiglasscheibe sichern oder  ganz einfach und schnell mit Absperrband.
  • Kunden ganz aus dem Laden halten: Richten Sie einen „Drive-In“ ein – entweder die Kunden fahren mit dem Auto in den Hof und erhalten die vorbestellte Ware direkt ans Autofenster. Oder Sie geben die Ware durchs Laden-/Küchenfenster heraus.
  • Verkaufsautomat: Wenn Sie per Automat verkaufen, informieren Sie auch hier per Schild über die Hygiene- und Abstandsregeln. Bieten Sie eine Möglichkeit zum Händewaschen an oder zumindest Desinfektionsmittel.
     

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