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Umwelt

DBU: Schafwolle als Dämmmaterial

von , am
12.11.2013

Osnabrück - Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat auf die Verwendung von Schafwolle als Dämmmaterial hingewiesen. Sie stelle eine gute Alternative zu synthetischen Baustoffen dar.

Von 16. bis 18. August findet die Deutsche Schafschur Meisterschaft statt. © agrar-press
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat auf die Verwendung von Schafwolle als alternatives Dämmmaterial hingewiesen. Im Zuge der DBU-Kampagne zum nachhaltigen und ökologischen Bauen erklärte sie in der vergangenen Woche, Schafwolle sei eine gute Alternative zu synthetischen Baustoffen und liege damit im Trend des gesunden Bauens und Wohnens. DBU-Projektleiter Andreas Skrypietz erläuterte, Schaffwolle kräusele sich und bilde damit unzählige Hohlräume, in denen die Wärme festgehalten werde. Zudem halte die Wolle auch Lautstärke fern. Der Geschäftsführer des Norddeutschen Zentrums für Nachhaltiges Bauen, Christian Silberhorn, ergänzte, ähnlich wie andere faserige ökologische Dämmstoffe könne Wolle Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass ihre Dämmwirkung nachlasse.

Fasern binden Formaldehyd

Zum Dämmen von Wänden, Dächern und Böden würden schon heute Fliese, Filze oder Wollballen eingesetzt. Insbesondere bei der Sanierung von mit Schadstoffen belasteten Räumen finde Schafwolle vielfach Anwendung, berichtete Silberhorn. In ihren Fasern würden Schadstoffe wie Formaldehyd gebunden und in ungefährliche Stoffe umgewandelt. Schafwolle entzünde sich zudem erst bei 560 Grad Celcius.
 
Pro Schaf und Jahr würden etwa sieben Kilogramm Wolle gewonnen. Bei rund 1,65 Millionen Schafen in Deutschland werde der Dämmstoff nie über sein Dasein als Nischenprodukt hinauswachsen - aber als interessante Alternative könne er dennoch gelten, so Silberhorn. Stamme die Wolle jedoch aus Neuseeland, Australien oder Österreich, werde sie zu einem teuren Dämmstoff mit aufwändiger Anlieferung und damit hohem klimaschädlichen Kohlendioxidausstoß. Die DBU verwies in diesem Zusammenhang auf ihren kostenlosen Energie-Check, bei dem Hausbesitzer erfahren, ob eine nachträgliche Dämmung an ihrem Haus sinnvoll sei.
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