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Politik EU

DBV: EU ungenügend auf neue Tierseuchen vorbereitet

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von , am
04.04.2012

Brüssel/Berlin - Bei einer Wissenschaftstagung der EU-Kommission zum Ausbruch des Schmallenberg-
Virus wurde nach Sicht des DBV eines deutlich: Man ist schlecht für neue Tierseuchen gerüstet.

Ab 1. Januar 2015 gilt in Hessen ein Impfverbot gegen BHV1. © landpixel
Die Europäische Kommission hat vergangene Woche über 120 Wissenschaftler und Veterinärexperten aus mehr als 44 Ländern nach Brüssel gerufen, um den Ausbruch des Schmallenberg-Virus bei Wiederkäuern zu diskutieren.
 
Ein Ergebnis der Tagung war nach Meinung des Deutschen Bauernverbandes, dass man in der Europäischen Union schlecht auf das Auftreten neuer Tierseuchen vorbereitet ist.

Impfstoffreservebank einrichten, Hilfsmechanismen entwickeln

Der Bauernverband schlägt vor, dass die EU eine Impfstoffreservebank für die 27 Mitgliedsstaaten einrichtet. Dadürch könne man den Herstellern von Impfstoffen einen Anreiz bieten, mit Hochdruck an der Entwicklung von Medikamenten gegen neue Tierseuchen zu arbeiten. Durch die Impfstoffreservebank hätten die Firmen ein verlässliches Signal, dass die neuen Impfstoffe auch abgenommen würden.
 
Derzeit wird auf euroäischer Ebene ein neues Tiergesundheitsgesetz entwickelt. Der Bauernverband empfiehlt, darin auch Mechanismen zu definieren, die bei neuen Tierkrankheiten schneller greifen. Dadurch könne betroffenen Tierhaltern schneller und besser geholfen werden.

FLI leistet gute Arbeit

Positiv sieht der Verband die Bereitschaft der Kommission, die Forschung in neu auftretende Erreger - wie das Schmallenberg-Virus - zu unterstützen. 
"Sehr gute Arbeit leistet dabei das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Friedrich Loeffler (FLI), auf der Insel Riems", lobt der DBV.
 
Das Institut hat im November erstmals  den Schmallenberg-Erreger nachgewiesen und nun sogar eine flächendeckende Routinediagnostik bereitstellt. Diese Diagnostik sei ein unverzichtbares Hilfsmittel für die betroffenen Tierhalter, dessen Einsatz dazu beitragen könne, dass sich weiterer Schaden in Grenzen hält. Die Nachweismethode wurde unter anderem an Belgien, Frankreich, England, die Niederlande, Italien und die Schweiz weitergegeben.
 
Die Tierhalter sind vor allem in Sorge um Fehlgeburten und Missbildungen bei Lämmern und Kälbern.

Bislang keine Übertragung auf den Menschen festgestellt

Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) hat auf der Tagung deutlich darauf hingewiesen, dass es sich beim Schmallenberg-Virus um keine Zoonose handelt. Bislang sei keine Übertragung auf den Menschen festgestellt worden. Dies bestätigen auch Untersuchungen des FLI.
 
Nachgewiesen wurden die Erkrankungen bislang bei Rindern, Schafen, Ziegen, Bisons, nach Erkenntnissen aus Nordrhein-Westfalen auch Rehwild und Hirsche. 

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