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Dorf und Familie

DBV-Generalsekretär Born feierlich verabschiedet

pd
am
19.10.2013

Berlin - Dr. Helmut Born wurde nach 22 Jahren als Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV) im Rahmen einer Feierstunde und eines wissenschaftlichen Kolloquiums in den Ruhestand verabschiedet.

Born hatte seine Aufgabe am 01. September 2013 gut drei Monate vor dem Erreichen seines 65. Lebensjahres an Bernhard Krüsken übergeben. Vor 300 geladenen Gästen würdigte DBV-Präsident Joachim Rukwied am Donnerstag die berufliche Lebensleistung von Dr. Born und überreichte ihm die Andreas-Hermes-Medaille in Gold. Born, der am 01. September 2013 altersbedingt aus dem Amt schied, hat die höchste Auszeichnung des Bauernverbandes in "Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um die deutsche Land- und Agrarwirtschaft, die Bauernfamilien und den Bauernverband" erhalten.
 
Born begann 1978 beim DBV als persönlicher Referent des damaligen DBV-Präsidenten Constantin Freiherr Heereman. Nach seinem agrarwissenschaftlichen Studium an der Universität Bonn hatte er zuvor als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Agrarpolitik und Markforschung gearbeitet. Ende 1981 wurde Born DBV-Referent für Grundsatzfragen; 1982 bis 1991 war er Stellvertreter des damaligen Generalsekretärs Dr. Rudolf Schnieders.
In seiner Laudatio hob Präsident Rukwied hervor, dass "Dr. Born in der Funktion als Generalsekretär des DBV die zentrale Schnittstelle zwischen dem Ehren- und dem Hauptamt personifizierte, sowohl auf Bundesebene als auch in Richtung der Landesbauernverbände und der bäuerlichen Basis. Er hat diese Rolle nicht nur in hervorragender Weise ausgefüllt, sondern sie auch neu definiert und weiterentwickelt." Wie wenige andere habe Born es verstanden, für ehrenamtliche Tätigkeit zu werben, dafür zu begeistern und damit eine enge Verbindung zwischen Verband und Praxis zu gewährleisten. Seine unzähligen Auftritte und Vorträge bei Kreis- und Landesbauernverbänden in allen Teilen Deutschlands seien Beleg für dieses Engagement. 

Weichen gestellt

Rukwied betonte Borns Engagement bei der Entwicklung der Landwirtschaft in den neuen Bundesländern nach der deutschen Wiedervereinigung. Er vertrat stets das Credo, die Landwirte in den neuen Bundesländern selbst über Wirtschafts- und Unternehmensform entscheiden zu lassen und nicht zuletzt auch über die Organisation der berufsständischen Vertretung, was eine wichtige Weichenstellung für den Weg zur Deutschen Einheit auch in der Landwirtschaft gewesen sei.
 
"Weitere Beispiele für diese Weitsicht und die Fähigkeit, richtige Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen, sind die Gründung des stufenübergreifenden Qualitätssicherungssystems QS in Zeiten der Lebensmittelkrisen, die Erschließung des Potenzials der Erneuerbaren Energien für die Landwirtschaft und - last but not least - der Umzug des Deutschen Bauernverbandes von Bonn nach Berlin, der Aufbau des Hauses der Land- und Ernährungswirtschaft sowie der Brüsseler Geschäftsstelle und die internationalen Aktivitäten des DBV", betonte Rukwied.

Netzwerker mit umfangreichen Fachwissen

DBV-Ehrenpräsident Gerd Sonnleitner wertete Born in der Deutschen Bauernkorrespondenz (dbk) als "wichtigen Ratgeber und zuverlässigen Wegbegleiter, der mir als Präsident den Rücken frei gehalten hat", national wie auch auf europäischer Ebene. Mit seiner Kraft und Leidenschaft, mit seinem Wissen, seiner Erfahrung, mit seiner Überzeugung für die Sache und seiner Liebe zu den Menschen aus der Landwirtschaft habe Born buchstäblich Berge versetzt. Wenn heute häufig vom angeblichen Niedergang der "Großorganisationen" gesprochen werde, von schwindendem Einfluss, schwindender Gestaltungsmacht und dem Verlust an Zusammenhalt, dann gelte dies nicht für den Deutschen Bauernverband. "Dieses hat sehr viel mit Generalsekretär Dr. Helmut Born zu tun. Das betone ich mit Nachdruck als einer, der lange Jahre im berufspolitischen Geschäft war", schrieb Sonnleitner in der dbk.
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