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Politik EU

DBV: Kommissionsvorschlag 'ziemlich weltfremd'

von , am
24.03.2011

Brüssel - Geht es nach den jüngsten Vorstellungen der EU-Kommission, erhalten Nebenerwerbslandwirte nur noch unter bestimmten Voraussetzungen Direktzahlungen.

Demnach sollen künftig Landwirte, die einen bestimmten Prozentsatz ihres landwirtschaftlichen Einkommens am Gesamteinkommen unterschreiten, keine "aktiven Landwirte" mehr sein und demzufolge keine Direktzahlungen mehr erhalten. Grundlage dazu sollen Einkommensteuerbescheide bei der Antragstellung sein.
 
Aus Sicht des DBV wäre dies eine Benachteiligung und ein Affront gegen alle Nebenerwerbslandwirte und gegen diejenigen, die sich neue Einkommensquellen zur Diversifizierung aufgebaut haben, sei es in der Direktvermarktung, in der Gastronomie oder beim Landurlaub. "Solche Überlegungen sind weltfremd und führen in die Irre", erklärte der Vorsitzende des DBV-Fachausschusses "Nebenerwerbslandwirtschaft und Erwerbskombinationen", Präsident Werner Räpple.

Jeder zweite Betrieb im Nebenerwerb

Nach den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2010 ist jeder zweite landwirtschaftliche Familienbetrieb in Deutschland heute ein Nebenerwerbsbetrieb. Daher hat die Nebenerwerbslandwirtschaft auch in dem aktuell laufenden Leitbildprozess der Landesbauernverbände und des DBV eine große Bedeutung. Räpple sieht in diesem Leitbildprozess in der Betonung der Bedeutung der großen Vielfalt der Erwerbsformen eine wichtige Kernbotschaft. "Die Nebenerwerbslandwirtschaft steht für bäuerliches Eigentum und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft. Sie ermöglicht und sichert Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft in den Dörfern. Die Nebenerwerbslandwirtschaft ist essentieller Bestandteil der deutschen Landwirtschaft und des ländlichen Raums", betonte Räpple.
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