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Politik national

DBV-Präsident Rukwied: Vom Acker zur Agrarpolitik

von , am
30.10.2012

Agrarheute.com und das dlz agrarmagazin besuchten den DBV-Bauernpräsidenten Joachim Rukwied auf seinen landwirtschaftlichen Betrieb und befragten ihn zur aktuellen Agrarpolitik.

 
Der Ackerbauer und Weingärtner Joachim Rukwied bekleidet nun seit etwa 4 Monaten das Amt des deutschen Bauernpräsidenten. Ein Highlight seiner bisherigen Amtszeit sei das Treffen mit der Bundeskanzlerin gewesen, so sagt er im Interview mit dem dlz-agrarmagazin. Trotz der neuen fordernden Aufgabe, hält er sich jedoch einen Tag der Woche für die Landwirtschaft frei - da steht er selbst auf seinem Betrieb im württembergischen Eberstadt. Im Interview gab der neue Bauernpräsident nun Einblick in seine Landwirtschaft und bezog Stellung zu aktuellen agrarpolitischen Themen.

'Tierwohl ja, Label nein'

Mit einer Tierwohl-Initiative möchte sich der Deutsche Bauernverband nun auch verstärkt dem Thema Tierschutz widmen. Es finden aktuell Gespräche mit dem Einzelhandel und der Fleischwirtschaft zu einer Tierwohl-Initiative statt. Der Bauernverband denkt dabei aber nicht an ein Labeling, so Rukwied. Es gehe dabei um zusätzliche Leistungen von Landwirten im Bereich Tierwohl, die auch finanziell honoriert werden müssen. Die Initiative solle außerhalb des Qualitätssicherungssystems der Qualität und Sicherheit (QS) GmbH verankert werden.
 
Gleichzeitig gibt Rukwied zu bedenken, dass sich ein Mehr an Tierwohl aber nicht mit der bisherigen Strategie von Billigstpreisen des Lebensmitteleinzelhandels vertrage. Deshalb solle in einer Projektgruppe mit der Fleischwirtschaft und dem Lebensmitteleinzelhandel geprüft werden, wie mehr Tierwohlkriterien im Einklang mit entsprechender Honorierung realisiert werden könnten. Dazu ist dem DBV-Präsidenten zufolge aber eine Abkehr des Lebensmitteleinzelhandels von seiner Billigpreisstrategie erforderlich.

Ciolos fordert "Retro-Greening"

DBV-Präsident Rukwied lehnt die Greening-Vorschläge von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos vehement ab. Er bezeichnet diese als "Retro-Greening" und betrachtet die Maßnahmen als Stilllegung landwirtschaftlicher Flächen. "Wir brauchen ein modernes, produktionsorientiertes Greening", erklärt Rukwied. Es müsse ein "Greening" mit ausreichenden Wahlmöglichkeiten geschaffen werden, welches die Landwirte je nach konkreter betrieblicher Situation ausgestalten können.
 
Das ausführliche Interview mit Joachim Rukwied lesen Sie ab 30. November in der neuen Ausgabe des dlz agrarmagazins.

Joachim Rukwied: 'ich nehme die Wahl an'

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